Ein Dankeschön geht von der Küstenmetropole nach Frankfurt: Die Stadtverwaltung Tel Aviv-Jaffa und die Tel Aviv Foundation freuen sich über finanzielle Unterstützung aus Deutschland für den Wiederaufbau des »Liebling Hauses« im Herzen der Stadt. Das denkmalgeschützte Gebäude im Internationalen Stil war im Juni 2025 schwer beschädigt worden, als eine ballistische Rakete aus dem Iran in nächster Nähe explodierte. Fenster, Türen, Putz und Mauerwerk wurden zerstört.
Die Hilfe der Stadt Frankfurt in Höhe von rund 395.000 Euro sei »Ausdruck der engen historischen und städtebaulichen Verbindung zwischen beiden Städten«, freut man sich in Tel Aviv. Zudem stehe die Unterstützung für das gemeinsame Engagement im Bereich Kultur und Stadtentwicklung.
Israelisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt
Das Liebling Haus ist ein Gemeinschaftsprojekt Tel Avivs und der Bundesregierung. Am Bialik-Platz gelegen, widmet es sich dem Erbe der sogenannten Weißen Stadt. 2003 hatte die UNESCO das historische Zentrum Tel Avivs zum Weltkulturerbe erklärt, als weltweit größtes Ensemble klassisch-moderner Architektur im Bauhaus- und Internationalen Stil. Mehr als 4000 Gebäude stehen hier. Um diesen Schatz für Forscher wie Besucher zugänglich zu machen, wurde das »White City Center« im Liebling Haus gegründet.
Das Gebäude an der Idelsonstraße wurde 1936 von dem Ehepaar Toni und Max Liebling in Auftrag gegeben und vom Architekten Dov Karmi entworfen. Mit seinen klaren Linien und der an das lokale Klima angepassten Bauweise gilt es als Paradebeispiel des Internationalen Stils. Heute bietet das Besucherzentrum der »Weißen Stadt« Ausstellungen, Vorträge und Workshops an. Neben einer architekturhistorischen Dauerausstellung gehören auch Arbeitsräume, ein Forschungslabor, ein Café und ein ökologischer Garten dazu.
»Wir hatten Glück. Das Haus steht noch«, sagt die Leiterin des Labors im Liebling Haus, Sharon Golan. »Die Schäden erinnern uns daran, wie fragil das vermeintlich Beständige ist – aber vielleicht stärken gerade diese Erkenntnis und auch der Akt des Reparierens unsere Resilienz.«