Tel Aviv

Hilfe für das »Liebling Haus«

Das »Liebling Haus« im Herzen von Tel Aviv Foto: Sabine Brandes

Tel Aviv

Hilfe für das »Liebling Haus«

Das Besucherzentrum der »Weißen Stadt« wird nach Raketenschäden mit deutscher Hilfe repariert

von Sabine Brandes  24.05.2026 08:13 Uhr

Ein Dankeschön geht von der Küstenmetropole nach Frankfurt: Die Stadtverwaltung Tel Aviv-Jaffa und die Tel Aviv Foundation freuen sich über finanzielle Unterstützung aus Deutschland für den Wiederaufbau des »Liebling Hauses« im Herzen der Stadt. Das denkmalgeschützte Gebäude im Internationalen Stil war im Juni 2025 schwer beschädigt worden, als eine ballistische Rakete aus dem Iran in nächster Nähe explodierte. Fenster, Türen, Putz und Mauerwerk wurden zerstört.

Die Hilfe der Stadt Frankfurt in Höhe von rund 395.000 Euro sei »Ausdruck der engen historischen und städtebaulichen Verbindung zwischen beiden Städten«, freut man sich in Tel Aviv. Zudem stehe die Unterstützung für das gemeinsame Engagement im Bereich Kultur und Stadtentwicklung.

Israelisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt

Das Liebling Haus ist ein Gemeinschaftsprojekt Tel Avivs und der Bundesregierung. Am Bialik-Platz gelegen, widmet es sich dem Erbe der sogenannten Weißen Stadt. 2003 hatte die UNESCO das historische Zentrum Tel Avivs zum Weltkulturerbe erklärt, als weltweit größtes Ensemble klassisch-moderner Architektur im Bauhaus- und Internationalen Stil. Mehr als 4000 Gebäude stehen hier. Um diesen Schatz für Forscher wie Besucher zugänglich zu machen, wurde das »White City Center« im Liebling Haus gegründet.

Lesen Sie auch

Das Gebäude an der Idelsonstraße wurde 1936 von dem Ehepaar Toni und Max Liebling in Auftrag gegeben und vom Architekten Dov Karmi entworfen. Mit seinen klaren Linien und der an das lokale Klima angepassten Bauweise gilt es als Paradebeispiel des Internationalen Stils. Heute bietet das Besucherzentrum der »Weißen Stadt« Ausstellungen, Vorträge und Workshops an. Neben einer architekturhistorischen Dauerausstellung gehören auch Arbeitsräume, ein Forschungslabor, ein Café und ein ökologischer Garten dazu.

»Wir hatten Glück. Das Haus steht noch«, sagt die Leiterin des Labors im Liebling Haus, Sharon Golan. »Die Schäden erinnern uns daran, wie fragil das vermeintlich Beständige ist – aber vielleicht stärken gerade diese Erkenntnis und auch der Akt des Reparierens unsere Resilienz.«

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026