Jerusalem

Israel bereitet offenbar neue Offensive zur Entwaffnung der Hamas vor

Ein israelischer Panzer fährt am Montag an der Grenze zu Gaza entlang. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die israelische Armee arbeitet Berichten zufolge an Plänen für eine erneute groß angelegte Offensive im Gazastreifen, um die Hamas mit militärischen Mitteln zu entwaffnen. Hintergrund ist die Einschätzung in Sicherheitskreisen, dass die palästinensische Terrororganisation ihre Waffen nicht freiwillig abgeben wird. Die »Times of Israel« berichteten.

Der Waffenstillstand, der im vergangenen Herbst mit US-Vermittlung zustande kam, sieht eine Entmilitarisierung des Gazastreifens vor. In Jerusalem wird jedoch zunehmend bezweifelt, dass dieses Ziel ohne militärisches Eingreifen erreicht werden kann. Ein erneuter Krieg könnte zudem intensiver und flächendeckender ausfallen als frühere Operationen, da sich nach der Freilassung der Geiseln operative Einschränkungen verändert haben.

Israels Regierung betont seit Wochen, dass die Hamas entwaffnet werden müsse. US-Präsident Donald Trump hatte die Terrororganisation öffentlich aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und erklärt, die Hamas habe dies zugesagt. Die Führung der Hamas bestreitet dies.

Operation immer wahrscheinlicher

Ein hochrangiger Sicherheitsvertreter sagte dem »Times of Israel«-Bericht zufolge, es werde immer wahrscheinlicher, dass das Militär eingreifen müsse, um die Entwaffnung durchzusetzen. Dieses Ziel sei grundsätzlich erreichbar, könnte jedoch Jahre in Anspruch nehmen. Das israelische Südkommando bereitet demnach unterschiedliche Einsatzszenarien vor, falls die politische Führung einen solchen Schritt anordnet.

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Ein Feldzug dieser Art könnte deutlich umfangreicher ausfallen als die Operationen seit dem Angriff vom 7. Oktober 2023. Die Armee hatte ihre Einsätze während des Krieges nach eigenen Angaben auch mit Blick auf die Geiseln geplant, die sich im Gazastreifen befanden. Künftige Operationen könnten auch Gebiete umfassen, in denen bislang keine Bodentruppen eingesetzt wurden, darunter zentrale und südliche Regionen des Küstenstreifens.

Gleichzeitig könnte Israel dem Bericht nach politisch eingeschränkt sein. Die US-Regierung betrachtet den Gaza-Waffenstillstand als zentrales Element ihrer Nahost-Initiative, und eine neue Großoffensive könnte internationale Unterstützung gefährden. Zwar hatte Trump im Oktober signalisiert, Israel könne die Kämpfe wieder aufnehmen, falls die Hamas die Vereinbarungen breche, doch nach der Rückkehr aller Geiseln ist unklar, wie Washington heute reagieren würde.

Herrschaft der Hamas

Bis zu einer Entwaffnung der Hamas plant Israel offenbar weder einen vollständigen Truppenabzug noch umfangreiche Wiederaufbaumaßnahmen im Gazastreifen. Nach Angaben der Armee kontrollieren israelische Truppen derzeit rund 53 Prozent des Gebiets, während die übrigen Teile unter der Herrschaft der Hamas stehen.

Entlang der sogenannten Gelben Linie, der Waffenstillstandslinie, kommt es nach Angaben der Armee nahezu täglich zu Zwischenfällen. Hamas-Terroristen sollen versucht haben, die Linie zu überschreiten und israelische Soldaten anzugreifen. Dabei wurden mehrere Angreifer getötet, zuletzt wurde ein israelischer Reservist bei einem Angriff schwer verletzt. ja

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