Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: POOLw

Der Krieg zwischen Israel und dem Iran wird in sozialen Netzwerken von Gerüchten und Spekulationen begleitet. Ein Gerücht lautet, dass der israelische Premier Benjamin Netanjahu durch iranische Angriffe ums Leben gekommen sein soll. Videoaufnahmen, die von Netanjahu etwa auf seinen eigenen Kanälen veröffentlicht wurden, sollen manipuliert oder gar mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden sein, behaupten Nutzer online.

Bewertung

Es gibt keine Hinweise darauf, dass der israelische Regierungschef bei iranischen Angriffen verwundet oder getötet wurde. Seit dem Aufkommen der Behauptung sind zahlreiche Videos oder Bilder von Netanjahus öffentlichen Auftritten erschienen.

Fakten

Es gibt weder seriöse Medienberichte über den angeblichen Tod des israelischen Regierungschefs, noch entsprechende Mitteilungen offizieller israelischer Stellen. Nichtsdestotrotz hält sich das Gerücht, dass Netanjahu nicht mehr am Leben sein soll, seit Wochen hartnäckig in sozialen Medien.

Ein Kanal, der die Behauptung als einer der ersten in Umlauf brachte, ist jener des südafrikanischen Politikers Mehmet Vefa Dag, Chef der Bewegung »Wahrheit und Solidarität« (»Truth and Soldarity«). Bereits am 10. März erklärte er, dass Netanjahu getötet worden sein soll. »Heute zeigt die israelische Regierung Aufnahmen von Netanjahu bei einem Treffen. All diese KI-Aufnahmen, all das ist ein gefälschter Netanjahu - Netanjahu ist nicht mehr da«, heißt es weiter.

Dag bezieht sich dabei vermutlich auf ein Video, das am gleichen Tag auf Netanjahus Social-Media-Kanälen, etwa auf Faceboook, gepostet wurde. Es zeigt Netanjahu, der von einem Besuch beim Landesgesundheitsausschuss erzählt. Hinweise auf den Einsatz von KI finden sich in dem rund 50-sekündigen Clip nicht.

Netanjahus Presseteam veröffentlichte sowohl vor dem 10. März als auch danach regelmäßig Videos von öffentlichen Auftritten, Treffen oder Besuchen des israelischen Premiers in sozialen Medien. Unter anderem traf er am 17. März den US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee.

Lesen Sie auch

Von dem Treffen gibt es nicht nur Videos in sozialen Medien, sondern auch Zeitungsberichte. Dabei nahm Huckabee laut den anwesenden Journalisten sogar Bezug auf die Spekulationen über Netanjahus angeblichen Tod und erklärte, US-Präsident Donald Trump habe ihn geschickt, um sicherzustellen, dass es dem israelischen Premier gut gehe.

Auch Netanjahu selbst ging auf die Gerüchte ein, die sich um angeblich mit KI erstellte Videos drehen, in denen zu viele Finger an seinen Händen zu sehen gewesen sein sollen. In einem Video von einem Kaffeehausbesuch scherzt er: »Ich sterbe für Kaffee« – und hält demonstrativ seine Hand in die Kamera. dpa

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  18.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026