Nachrichten

Erfrischung, Iran, Design

100 Prozent natürlich: Saft-Verkaufsautomat Foto: Sabine Brandes

Erfrischung
Orangen aus Jaffa gehören zu Israel wie Sonnenschein und blauer Himmel. Jetzt kann man sie gekühlt und frisch gepresst im Becher mit in die Bahn nehmen. Seit Neuesten sind im ganzen Land in zahlreichen Bahnhöfen und Stadtbahn-Stationen Verkaufsautomaten aufgestellt worden, in denen die Orangen über eine Schiene in eine Pressmaschine rollen. Heraus kommt Saft, »100 Prozent natürlich, frisch und lecker – so, wie es sein soll«.

Iran
Die Israelis sehen den Krieg mit dem Iran und das darauffolgende Abkommen zwischen Teheran und den USA überwiegend negativ. So glauben 92,1 Prozent, dass die Islamische Republik gewonnen habe. Die repräsentative Umfrage wurde von der Hebräischen Universität Jerusalem in Zusammenarbeit mit dem Agam-Institut durchgeführt. Sie ergab, dass knapp 83 Prozent der Ansicht seien, die sechswöchige Kampagne gegen den Iran habe Israels langfristige Sicherheit sogar geschwächt. 86 Prozent stehen dem Ausgang der Kämpfe und dem von den USA und dem Iran ohne Beteiligung Jerusalems geschlossenen Abkommen äußerst kritisch gegenüber. Außerdem glauben fast 88 Prozent der Befragten, das Land habe die Ziele seiner Offensive nicht oder nur teilweise erreicht.

Design
Der israelisch-britische Architekt und Designer Ron Arad ist im Rahmen der Geburtstagsauszeichnungen von König Charles zum Commander of the Order of the British Empire ernannt worden. Damit werden mehr als vier Jahrzehnte seiner Arbeit gewürdigt, in denen er immer wieder die Grenzen zwischen Kunst, Architektur, Design und Technologie neu definierte. »Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung«, sagte Arad der Nachrichtenseite »Ynet«. Er fügte hinzu, dass er zuvor den israelischen Yakir-Bezalel-Preis entgegennehmen durfte. »Und das bedeutet mir persönlich sehr viel.«

Künstliche Intelligenz
Im nächsten Schuljahr sollen israelische Mittelschüler Englisch mithilfe Künstlicher Intelligenz lernen. Das erklärten Premierminister Benjamin Netanjahu und Bildungsminister Yoav Kisch an einer Schule, die an einem Pilotprojekt zur Erprobung eines KI-gestützten Systems teilnahm. »Es ermögliche jedem Schüler, entsprechend seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und seinem Tempo zu lernen.« Vor einem Monat wurde bekannt, dass lediglich 22 Prozent der Neuntklässler die Anforderungen des Englischlehrplans erfüllten. Beide Politiker betonten die Chancen, die das Unterrichten mit KI bieten werde, obwohl Experten darauf hinweisen, dass KI sowie Bildschirmzeit die Fähigkeiten von Schülern nicht unbedingt fördern.

Ebola
Ein Mann, der aus dem Kongo eingereist war, ist mit Verdacht auf Ebola in ein Krankenhaus eingeliefert und isoliert worden, teilte das israelische Gesundheitsministerium mit. Es ist der zweite Verdachtsfall innerhalb weniger Tage. Die Behörden betonten, dass es in Israel bisher keine bestätigten Ebola-Fälle gibt. Laut Ministerium suchte der Mann ärztliche Hilfe auf, nachdem er Symptome entwickelt hatte. Bereits am Freitag wurde eine Person, die am Vortag aus dem Kongo zurückgekehrt war, mit Verdacht auf Ebola in das Rambam-Krankenhaus in Haifa eingeliefert und isoliert.

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026