Wahlen in Israel

Trump hält sich Unterstützung für Netanjahu offen

US-Präsident Donald Trump am Montag (Ortszeit) im Weißen Haus Foto: picture alliance / Consolidated News Photos

US-Präsident Donald Trump will sich vorerst nicht auf einen Kandidaten bei der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober festlegen. Zugleich schloss er eine spätere Wahlempfehlung nicht aus. Damit sorgt Trump für neue Spekulationen über sein Verhältnis zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. »Axios«, »The Times of Israel« und andere Publikationen in den USA und Israel berichteten.

»Ich denke, es ist am angemessensten für mich, mich aus den israelischen Wahlen herauszuhalten, aber ich könnte jemanden unterstützen«, sagte Trump nach Angaben eines Fox-News-Reporters in einem Telefonat.

Die Äußerungen kommen nur wenige Tage nach Berichten, wonach Trump derzeit offenbar zögert, sich ausdrücklich hinter Netanjahus Kandidatur zu stellen. Ausschlaggebend sollen unter anderem die Umfragewerte des Likud-Chefs sein. Mehrere Erhebungen sehen Netanjahus Partei inzwischen auf Augenhöhe mit oder hinter dem Bündnis »Yashar!« unter Führung des ehemaligen Generalstabschefs Gadi Eisenkot.

Vorgehen kritisiert

Auch Netanjahus Regierungsblock liegt den Umfragen zufolge derzeit deutlich unter der für eine stabile Mehrheit erforderlichen Marke von 61 Sitzen. Eisenkot und seine politischen Partner rechnen sich damit Chancen aus, nach den Wahlen eine Regierung bilden zu können.

Trump hatte Netanjahu noch im Juni signalisiert, dass er ihn »höchstwahrscheinlich« unterstützen werde. Gleichzeitig machte der US-Präsident damals deutlich, dass er zunächst abwarten wolle, gegen wen Netanjahu antreten werde. Zudem hat Trump wiederholt öffentlich eine Begnadigung des israelischen Ministerpräsidenten in dessen Korruptionsverfahren gefordert.

Lesen Sie auch

Das Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu ist allerdings zuletzt nicht frei von Spannungen gewesen. Besonders bei Fragen zur iranischen Bedrohung, zum Libanon und zum Krieg im Gazastreifen gingen die Positionen der beiden Politiker teilweise auseinander. Trump soll Netanjahus Vorgehen mehrfach scharf kritisiert haben.

Persönliche Nähe

Trotz dieser Differenzen betonen beide weiterhin ihre persönliche Nähe. Trump bezeichnete Netanjahu wiederholt als herausragenden Kriegsführer. Auf die Frage nach einer möglichen Wahlempfehlung sagte er nun allerdings auch: »Ich weiß nichts über seine Politik, ich bin mir nicht sicher.«

Nach Berichten über Trumps Zurückhaltung sollen mehrere israelische Oppositionspolitiker befürchten, dass der US-Präsident seine Haltung noch ändern könnte. Unterstützer von Eisenkot, Yair Lapid und Naftali Bennett sollen deshalb über informelle Kanäle an Trumps Umfeld appelliert haben, sich aus dem israelischen Wahlkampf herauszuhalten.

Trump hat sich in der Vergangenheit häufig in Wahlen zugunsten politischer Verbündeter im Ausland positioniert. Eine ausdrückliche Unterstützung eines bestimmten israelischen Kandidaten wäre dagegen ungewöhnlich: Frühere US-Präsidenten hielten sich traditionell stärker aus israelischen Parlamentswahlen heraus.

Noch im Juli hatte Trump Netanjahu im Weißen Haus getroffen. Nun lässt seine jüngste Aussage offen, ob der US-Präsident bis zum Wahltag doch noch öffentlich Partei für den israelischen Ministerpräsidenten ergreifen wird. im

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Diplomatie

Vance: US-Nahostpolitik darf nicht Israel untergeordnet sein

Der US-Vizepräsident betont strategische Partnerschaft mit Israel, pocht aber auf eine Außenpolitik, die sich an den Interessen der USA orientiert

von Sabine Brandes  16.09.2026

Tel Aviv

Israelischer Diplomat glaubt an neuen Beitritt zu Abraham-Abkommen

Israels Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärt, dass in den nächsten vier bis sechs Monaten ein weiteres Land seine Beziehungen zu Israel normalisieren könnte

 16.09.2026

Gaza

Israel tötet mehrere hochrangige Hamas-Kommandeure

Israel geht gegen ranghohe Terroristen vor, darunter auch ein Mitglied des Islamischen Dschihad, das an den Massakern vom 7. Oktober beteiligt war

 16.09.2026

Sicherheit

Warnung ignoriert?

Vor dem 7. Oktober soll Mohammed bin Zayed, der Emir von Abu Dhabi, Netanjahu informiert haben

von Sabine Brandes  15.09.2026

Israel

Wie Quentin Tarantino Israelis den Kinobesuch vermiest

Berichte über Quentin Tarantinos Kinobesuche gehen in Israel viral. Eine Frau hätte ihn beinahe angebrüllt

von Sophie Albers Ben Chamo  15.09.2026

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026

Eklat

Boykottaufrufe wegen Wonder Woman Gal Gadot

Ein Magazintitel mit der israelischen Schauspielerin sorgt in den sozialen Medien für heftige Reaktionen gegen die Modemarke Ralph Lauren

von Sabine Brandes  15.09.2026

Tel Aviv

Israelische Forscher entwickeln Bluttest zur Erkennung von Lungenkrebs

Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler könnte die Methode langfristig eine wesentlich günstigere Alternative zu aufwendigen genetischen Untersuchungen werden

 15.09.2026