Gesellschaft

Er starb – und rettete sechs Leben

Shahar Gamla wurde im Libanon von einer Drohne getötet Foto: privat

Er war erst 23 Jahre alt. Shahar Gamla, ein junger Vize-Offizier in der Egoz-Einheit der israelischen Armee, wurde am 6. Juni von einer Drohne der Hisbollah im Süden des Libanon getroffen. Kurz darauf erlag er seinen schweren Verletzungen – und rettete doch sechs Menschen das Leben. Er spendete seine Organe.

Eine von ihnen ist die siebenjährige Bel Finkelstein aus Rischon Le‘Zion, die eine zweite Chance auf Leben erhielt. Sie war mit einem seltenen genetischen Syndrom geboren und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Monate lang auf der Warteliste für eine Organtransplantation gestanden. Ihre Eltern waren verzweifelt. Bis sie die Nachricht erhielten, dass ein Organ gefunden sei.

Trotz tiefer Trauer gab die Familie die Organe frei

Es war das von Shahar. Denn trotz ihrer tiefen Trauer hatte sich seine Familie entschieden, ihren toten Sohn für Organspenden freizugeben.

Der komplexe Eingriff begann im Rambam Health Care Campus, wo ihm ein Leberlappen entnommen und umgehend unter strengen medizinischen Auflagen in das Clalit-Schneider Kinderkrankenhaus transportiert wurde. Dort führte ein interdisziplinäres Operationsteam die mehrstündige Transplantation durch.

Nach der erfolgreichen Operation wurde Bel auf die Kinderintensivstation verlegt und anschließend zur Genesung auf die Kinderstation gebracht, wo sie bis zu ihrer Entlassung vor wenigen Tagen betreut wurde.

Bevor das Mädchen das Krankenhaus verlassen durfte, fand ein bewegendes Treffen statt. Shahars Familie besuchte Bel und ihre Eltern im Krankenhaus. Angesichts der Familie des gefallenen jungen Mannes, dessen Organ nun in ihrer Tochter weiterlebt, blieb bei dem emotionalen Treffen kein Auge trocken.

Yana Finkelstein: »Ich finde keine Worte, um Shahars lieben Eltern angemessen zu danken, die sich in ihrer tiefsten Trauer entschieden haben, meiner Tochter das Leben zu schenken.«

»Ich finde keine Worte, um Shahars lieben Eltern angemessen zu danken, die sich in ihrer tiefsten Trauer entschieden haben, meiner Tochter das Leben zu schenken«, sagte Bels Mutter Yana Finkelstein. »Es ist eine so edle, außergewöhnliche Tat.« Sie dankte auch dem »höchst engagierten Team des Schneider-Kinderkrankenhauses, das uns während des schwierigen Prozesses so fürsorglich und unermüdlich betreut hat«.

Auch das medizinische Personal war an diesem Tag emotional. Der Leiter der Lebertransplantationseinheit, Michael Gurevich, sprach über die »außerordentlich komplexe und schwierige emotionale Situation, selbst für uns im Operationssaal«. Es sei schwer, die Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, die einen in einem solchen Moment überkommen.  

»Ich bin der Familie zutiefst dankbar für ihre edle Entscheidung, Shahars Organe zu spenden. Die Erkenntnis, dass dieser Soldat im Dienst und auch im Tod Leben gerettet hat, berührt uns sehr«, so Gurevich. »Wir sind unendlich dankbar für das Privileg, Menschenleben retten zu dürfen.«

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