Israel

Ein Toter, sechs Verletzte bei Anschlag

Tatort: Eine Tankstelle in der Näher von Kochav Yair Foto: Flash90

Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag im israelischen Sharon-Gebiet ist am Sonntagmittag ein Mensch getötet und sind mindestens fünf weitere verletzt worden. Der Täter eröffnete nach bisherigen Erkenntnissen an mehreren Orten das Feuer und löste damit einen Großeinsatz von Polizei, Armee und Rettungskräften aus. Die Sicherheitsbehörden gehen zunehmend davon aus, dass es sich um einen nationalistisch motivierten Anschlag handelt.

Die Schüsse fielen an mindestens drei verschiedenen Tatorten nahe der Sicherheitsbarriere zum Westjordanland. Der erste Angriff ereignete sich an einer Tankstelle bei Kochav Yair. Dort wurden zwei Männer durch Schüsse verletzt. Rettungskräfte behandelten einen etwa 50-jährigen Mann mit schweren Verletzungen sowie einen rund 30-jährigen Mann, der sich in mittelschwerem Zustand befand.

Meldungen über weitere Schüsse gingen ein

Fast zeitgleich gingen Meldungen über weitere Schüsse im nahegelegenen Tzur Yitzhak ein. Dort wurde ein Sicherheitsmitarbeiter verletzt. Am Ortseingang der Gemeinde trafen die Einsatzkräfte zudem auf einen etwa 31-jährigen Mann, der durch Schüsse verletzt worden war. Wegen der unklaren Lage und der Befürchtung weiterer Angreifer aktivierte die Armee einen Terror-Infiltrationsalarm. Die Bewohner wurden angewiesen, ihre Häuser nicht zu verlassen und sich bis auf Weiteres einzuschließen.

Ein dritter Tatort wurde wenig später in der Nähe von Tzur Natan gemeldet. Dort fanden die Rettungskräfte zwei weitere Opfer. Einer der Männer, 31 Jahre alt, erlag noch vor Ort seinen Verletzungen. Ein weiterer Mann im Alter von etwa 40 Jahren wurde in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht.

Sanitäter Lior Silberberg: »Wir erhielten Meldungen über mehrere Verletzte an verschiedenen Orten, darunter Berichte über Schussverletzungen.«

Der Anschlag entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer sogenannten Rolling Attack, einer mobilen Angriffswelle, bei der der Täter zwischen mehreren Orten wechselt und dort Menschen attackiert. Die räumliche Nähe der Tatorte und der zeitliche Ablauf deuten darauf hin, dass die Schüsse Teil eines zusammenhängenden Angriffs waren.

Magen-David-Adom-Sanitäter Lior Zilberberg schilderte in der Zeitung Israel Hayom die dramatischen Szenen: »Wir erhielten Meldungen über mehrere Verletzte an verschiedenen Orten, darunter Berichte über Schussverletzungen. An der Tankstelle nahe Kochav Ya’ir begannen wir sofort mit der Behandlung eines schwer verletzten Mannes und eines weiteren Verletzten in mittelschwerem Zustand.«

In Tzur Yitzhak hätten die Rettungskräfte einen Mann mit einer Schussverletzung an der Hand versorgt und an einem weiteren Ort einen Mann in kritischem Zustand sowie einen weiteren Schwerverletzten versorgt.

Der Täter soll aus der arabischen Stadt Tayibe stammen

Nach Angaben israelischer Sicherheitsbehörden handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Bewohner der arabischen Stadt Tayibe, die nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt liegt. Fotos vom Tatort deuten darauf hin, dass er mit einer improvisierten Maschinenpistole des Typs »Carlo« bewaffnet war. Diese selbstgebauten Waffen werden häufig bei Anschlägen und kriminellen Gewalttaten eingesetzt.

Armee und Polizei durchkämmten die Umgebung mit zahlreichen Kräften, während zusätzliche Soldaten in die Region verlegt wurden. Der Angriff ereignete sich in einer Region, die in den vergangenen Jahren vergleichsweise selten Ziel größerer Terroranschläge war. Am frühen Nachmittag gab es die Nachricht, dass zwei Terroristen von Sicherheitskräften erschossen worden seien.

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