Tel Aviv

Die arabische Stimme der israelischen Streitkräfte

Major Ella Waweya ist nun IDF-Sprecherin für arabische Medien.

Die israelischen Streitkräfte (IDF) stellen ihre arabischsprachige Öffentlichkeitsarbeit neu auf: Major Ella Waweya übernimmt die Funktion der Sprecherin für arabische Medien. Sie folgt auf Oberstleutnant Avichay Adraee, der diesen Posten zwei Jahrzehnte lang geprägt hatte. Israelische Medien berichteten.

Waweya stammt aus Qalansuwa, einer arabisch-israelischen Stadt, und wurde in eine muslimische Familie hineingeboren. Seit 2013 arbeitet sie in der arabischsprachigen Medieneinheit der IDF, zuletzt als stellvertretende Leiterin. In sozialen Netzwerken ist sie unter dem Namen »Captain Ella« präsent und erreicht allein auf TikTok rund eine halbe Million Follower.

Die neue Sprecherin beschreibt den medialen Raum als strategische Front. Im vergangenen Jahr sagte sie bei einer von »Ynet« mitorganisierten Sicherheitskonferenz. Das Nachrichtenportal zitierte sie mit den Worten: »Die Medienarena ist ein Schlachtfeld. Es ist ein Krieg, der nicht weniger schwierig ist als andere Arenen.« Kommunikation bedeute heute nicht nur Information, sondern einen aktiven Kampf um Wahrnehmung und Deutungshoheit.

Kampf um Wahrheit

Mit Blick auf den Hamas-Angriff vom 7. Oktober betonte Waweya, Terroristen seien gezielt mit Kameras vorgegangen, um Bilder zu produzieren und Hass zu schüren. Israels Aufgabe sei es dagegen, das eigene Narrativ sichtbar zu machen. »Wir zeigen unsere Wahrheit, wir legen offen, was die andere Seite tut, und wir tun das mit Mut. Das ist ein Kampf um Bewusstsein und um unsere Wahrheit.«

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In ihrer neuen Rolle setzt Waweya auf eine Mischung aus klassischen arabischen Medien und digitalen Plattformen. Heute sei praktisch jeder mit Smartphone potenziell ein Berichterstatter, sagte sie. Ziel sei es daher nicht Manipulation, sondern Kontext: »Etwas zu zeigen, das das größere, umfassendere Bild sichtbar macht.«

Unterschiedliche Plattformen hätten dabei unterschiedliche Zielgruppen. Während auf X vor allem Journalisten und Meinungsführer aktiv seien, erreiche Facebook laut internen Daten besonders Nutzer aus Ländern der Abraham-Abkommen. TikTok werde vor allem im Westjordanland und im Gazastreifen genutzt, Instagram hingegen sei stärker gemischt. Die zentrale Zielgruppe bleibe jedoch klar definiert: das arabische Publikum im Nahen Osten.

Israels Diversität

Mit dem Wechsel an der Spitze endet die Ära von Avichay Adraee, der seit 2005 das Gesicht der IDF-Kommunikation in arabischer Sprache war. Gleichzeitig setzt das Militär mit Ella Waweya bewusst auf eine neue Generation – und auf eine Sprecherin, die Herkunft, Sprache und digitale Reichweite miteinander verbindet.

Ella Waweya zeigte schon in der Vergangenheit immer wieder ihr Gesicht, wenn es darum ging, die Diversität Israels zu demonstrieren und den unter israelfeindlichen Aktivisten populären »Apartheid«-Vorwurf zu widerlegen.

Shelly Meyer

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