Meinung

Die Angst der Mullahs vor der starken Frau

IDF-Foto der Majorin S., Kampfnavigatorin der israelischen Luftwaffe Foto: IDF handout

Meinung

Die Angst der Mullahs vor der starken Frau

Israels Armee schmückt sich mit einer Kampfnavigatorin, die beim Großangriff auf den Iran im Einsatz war. Und der Angstreflex der Mullahs funktioniert einwandfrei

von Sophie Albers Ben Chamo  15.06.2025 20:44 Uhr

Auf den Fotos ist ihr Gesicht aus Sicherheitsgründen geblurrt, und auch ihren Namen erfährt man nicht. Aber die Majorin S. der israelischen Luftwaffe sei beim Großangriff der israelischen Armee auf die Atomanlagen des Iran im Einsatz gewesen, heißt es in einem IDF-Post auf Instagram, und sie sei stolz auf ihre Rolle bei der »gewaltigen und komplexen Operation aus der Luft«. Sie habe »das Gewicht der Verantwortung im Cockpit gespürt, eine reale und existenzielle Bedrohung für den Staat Israel abzuwenden«, soll sie nach ihrer Rückkehr gesagt haben. »Wir tun dies für unsere Kinder. Für eine bessere, sicherere Zukunft. Für den Frieden von morgen.«

Damit steht Majorin S. nicht nur für die Stärkung der Gleichberechtigung der Frauen Israels, die erst seit 1998 überhaupt als Besatzung eines Kampfjets antreten dürfen – weil eine Frau geklagt hatte. Sondern nachdem Israels Luftwaffe im Zusammenspiel mit dem Mossad in der Nacht zum vergangenen Freitag Irans militärische Führungsriege sowie eine Vielzahl der militärischen Anlagen ausgeschaltet und atomare Einrichtungen mindestens schwer beschädigt hat, steht tatsächlich der Begriff »Regimewechsel« im Raum.

Lesen Sie auch

Nach gut 45 Jahren eines Unrechtsregimes, das vor allem auch die Frauen im Land brutal unterdrückt, ist es auch dem weiblichen Teil der israelischen Armee zu verdanken, dass eine Befreiung des iranischen Volkes möglich scheint. Für sie steht Majorin S. und wird zu einer Ikone, die die Mullahs offensichtlich mindestens so sehr fürchten wie Israels Premier Benjamin Netanjahu. Warum sonst haben sie das Gerücht verbreitet, dass die iranischen Streitkräfte einen israelischen Kampfjet mit weiblicher Pilotin abgeschossen hätten, die sich nun in ihrer Gewalt befände - und damit eine Drohung impliziert, die den frauenverachtenden Horror des 7. Oktober 2023 heraufbeschwört. Die Bildkombo eines brennenden Kampfjets und das einer jungen Frau in Uniform ging auf Social Media viral. Websites, die Fake-News entlarven, haben bereits gemeldet, dass das Bild des Absturzes wahllos gestohlen sei. Israels Airforce-Besatzungen seien in kompletter Anzahl zurückgekehrt, vermeldete die IDF nach dem Großangriff.

Danke, Majorin S., dass die Welt nun ein weiteres Bild hat von einer starken Frau. Und danke dafür, dass ihr Gesicht das einer jeden Frau ist, sei es in Israel oder im Iran.

Ehrenrettung

Stille, Salz und Sonnenlicht

Das Tote Meer landete auf der weltweiten Rangliste der Sehenswürdigkeiten auf dem zweitschlechtesten Platz – völlig zu Unrecht, findet unsere Korrespondentin

von Sabine Brandes  08.12.2025

Medienbericht

Donald Trump will Benjamin Netanjahu Ende Dezember treffen

Israelischen Medien zufolge soll es bei dem Treffen am 29. Dezember um die zweite Phase des Friedensplans gehen

 08.12.2025

Eurovision Song Contest

»Ihr wollt nicht mehr, dass wir mit Euch singen?«

Dana International, die Siegerin von 1998, über den angekündigten Boykott mehrerer Länder wegen der Teilnahme Israels

 08.12.2025

Nahost

Netanjahu: Israel bleibt in Pufferzone im Süden Syriens

Syriens Übergangspräsident al-Scharaa wirft Israel vor, »Geister zu bekämpfen«. Eine Lösung im Streit um ein Gebiet an der Grenze scheitert noch an unterschiedlichen Vorstellungen

 08.12.2025

Nahost

Katar und Türkei wollen keine vollständige Entwaffnung der Hamas

Israel vor neuen diplomatischen Manövern: Katar und die Türkei versuchen, die im ursprünglichen Gaza-Plan vorgesehene vollständige Entwaffnung der palästinensischen Terrororganisation Hamas zu verwässern

 08.12.2025

Nahost-Krieg

Israels Armeechef: Gelbe Linie bildet operative Grenze zum Gazastreifen

Laut Eyal Zamir gibt es nun einen Schutzriegel für die israelischen Gemeinden am Rand Gazas

 08.12.2025

Jerusalem

Netanjahu sieht »historischen Wandel« in Rüstungskooperation

»Nicht nur Deutschland arbeitet für die Verteidigung Israels, sondern Israel, der jüdische Staat, arbeitet 80 Jahre nach dem Holocaust für die Verteidigung Deutschlands«, sagt der Ministerpräsident

 08.12.2025

Gaza

Wie die Hamas Hilfsorganisationen gefügig machte

Einer Auswertung von »NGO Monitor« zufolge konnten ausländische Organisationen in Gaza nur Hilsprojekte durchführen, wenn sie sich der Kontrolle durch die Hamas unterwarfen

von Michael Thaidigsmann  08.12.2025

Israel

Drei Brüder werden an einem Tag Väter - von vier Kindern

Zwillinge inklusive: Drei Brüder und ihre Partnerinnen schenken den Großeltern an einem Tag vier Enkel. Wie es zu diesem seltenen Familienglück kam

von Sara Lemel  08.12.2025