Dating

Dating-Plattform OKCupid startet hebräische Version

Foto: picture alliance / Zoonar

Die Dating-Plattform OKCupid baut ihr Angebot in Israel aus und setzt dabei verstärkt auf kulturelle und religiöse Unterschiede innerhalb der Gesellschaft. Erstmals steht die App nun vollständig auf Hebräisch zur Verfügung, ergänzt um neue Funktionen, die gezielt auf verschiedene Lebensstile eingehen.

Nach Angaben des Unternehmens sollen Nutzer künftig detaillierter angeben können, wie sie ihren Alltag gestalten. Ziel sei es, passgenauere Vorschläge zu ermöglichen. »Einige der neuen Fragen beziehen sich gezielt auf den Lebensstil der Nutzer und sollen ihnen helfen, Partner zu finden, die ihnen in Tradition, Alltag und religiösen Vorlieben ähnlich sind«, erklärte das Unternehmen laut »The Jerusalem Post«, die zuerst über die Neuerungen berichtete.

Mit dem Schritt reagiert OKCupid auf die Besonderheiten des israelischen Marktes. Bislang war die Plattform dort nur auf Englisch verfügbar und orientierte sich weitgehend an internationalen Standards. Nun sollen sprachliche und kulturelle Eigenheiten stärker berücksichtigt werden.

Mehr Optionen für traditionelle Nutzer

Michael Kay, Director of Branding und Communications bei OKCupid, bezeichnete die Einführung dem Bericht zufolge als strategische Entscheidung: »Dieser Schritt ist ein weiteres Zeichen unseres Vertrauens in den israelischen Markt. Israel ist ein einzigartiger und inhaltsreicher Markt mit einer besonderen Kultur und Sprache, und es war uns wichtig, das in die Nutzererfahrung einzubringen.«

Lesen Sie auch

Ein Schwerpunkt liegt auf der besseren Einbindung traditioneller und religiöser Nutzergruppen. Die neuen Profilfragen gehen deshalb deutlich stärker ins Detail. So können Nutzer etwa angeben, wie sie den Schabbat verbringen – ob sie ihn ruhiger gestalten, mit der Familie feiern, in die Synagoge gehen oder andere Rituale pflegen.

Auch Fragen zur Einhaltung der Kaschrut sowie zur eigenen religiösen Einordnung sind vorgesehen. Nutzer können hier differenzieren, ob sie streng religiös leben, sich als traditionell verstehen oder sich keiner religiösen Praxis zuordnen.

Wettbewerb im wachsenden Markt

Kay betonte, man wolle den Nutzern ermöglichen, sich möglichst authentisch darzustellen: »Unser Ziel ist es, unseren israelischen Nutzern eine präzisere und individuell zugeschnittene Dating-Erfahrung zu bieten, die es ihnen erlaubt, sich auf ehrliche Weise zu präsentieren.«

Mit der stärkeren Lokalisierung reagiert OKCupid auch auf den zunehmenden Wettbewerb im Online-Dating-Sektor. Gerade in Israel, wo unterschiedliche religiöse und kulturelle Lebensentwürfe eng nebeneinander existieren, gelten passgenaue Filter und persönliche Angaben als entscheidend für den Erfolg solcher Plattformen. im

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Bildung

Fragt mich!

Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour besucht regelmäßig Schulen. Hier erzählt er, wie aus Sprachlosigkeit ein offener Austausch über Antisemitismus, Israel und den Nahostkonflikt entstehen kann

von Ahmad Mansour  04.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  04.09.2026

Jerusalem

Netanjahu: Sturz des Regimes im Iran »zentrale Mission« Israels

»Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen«, sagt der Ministerpräsident

 04.09.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  04.09.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 04.09.2026

Interview

»Die meisten arabischen Staaten wollen, dass Israel gewinnt«

Dan Schueftan gilt als wichtigster israelischer Sicherheitsexperte. Er sieht Jerusalem so stark wie nie zuvor – und Europa auf einem ideologischen Irrweg

von Detlef David Kauschke  03.09.2026

Umfrage

Umfrage: Netanjahu-Lager holt auf, beide Blöcke bei 53 Mandaten

Noch vor einer Woche hatte dieselbe Umfrage ein deutlich anderes Bild ergeben. Damals lag die Opposition mit 57 Sitzen vorn

 03.09.2026

Missbrauch

Razzia gegen Kinderehen

Die Polizei ermittelt gegen eine strengreligiöse sektenähnliche Gruppe wegen illegaler Hochzeiten von Minderjährigen

von Sabine Brandes  03.09.2026