Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

In der Kritik: Beitar Jerusalem (gelb-schwarze Trikots) Foto: Flash 90

Song
Wer kann schon von sich behaupten, dass Bono ihm einen Song widmet? Schimon Peres zumindest kann es. Der ehemalige Präsident Israels besuchte ein Konzert der legendären Band U2 im kanadischen Toronto, und Leadsänger Bono begrüßte ihn gebührend: »Heute Abend ist jemand hier, der den härtesten Job der Welt hat. Sie haben ihr ganzes Leben eingesetzt, um Frieden in diese wirklich gefährliche Region zu bringen«, lobte der Musiker. »Geben Sie nicht auf, für eine Zweistaatenlösung zu kämpfen. Wir wissen, dass wir mit Ihren 92 Jahren auf Sie zählen können.« Danach sang die Band gemeinsam mit 20.000 Fans für Peres den Hit »One«. Im Anschluss bedankte sich der Politiker backstage bei dem Musiker und nannte ihn einen »Friedensbringer«.

Kampf
Sie ist zurück. Gill Rosenberg, die kanadisch-israelische Frau, die mit den Kurden gegen ISIS gekämpft hat, kam am Sonntag wieder nach Israel. Die 31-Jährige erklärte in mehreren Interviews, warum sie sich an die Front der Feindesländer begeben hat: »Als Juden sagen wir immer ›Nie wieder‹. Es gibt aber keinen Unterschied zwischen Juden und anderen Menschen. Die Lage dort hat mein Herz berührt, und ich wollte etwas tun, um zu helfen.« Die immer komplizierter werdende politische und militärische Lage sowie die stärkere Einmischung des Iran in der Gegend hätten sie aber dazu bewegt, den Irak wieder zu verlassen. Pläne, zurückzukehren, habe sie derzeit nicht. Statt mit der Waffe zu kämpfen, will sie nun als politische Aktivistin mitmischen und auf die Bedrohung der Kurden aufmerksam machen.

Brand

Drei Tatverdächtige sind Anfang der Woche im Zusammenhang mit dem Brand in der Kirche der Brotvermehrung am See Genezareth festgenommen worden. Weitere Details gab es aufgrund der aktuellen Ermittlungen nicht. Bei der Brandstiftung am 17. Juni entstand an Statik, Dach und verschiedenen Räumen teils erheblicher Sachschaden. Einige Angestellte erlitten Rauchvergiftungen. Außerdem verbrannten Hunderte von Büchern. An einer Wand wurde Hassgraffiti gefunden. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte angeordnet, dass die Ermittlungen beschleunigt werden sollen.

Fussball

Fans hat er viele. Arabische Spieler aber keine. In der Kritik ist der Fußballverein Beitar Jerusalem wegen vermeintlichem Rassismus schon lange, die Anhänger machen oft Schlagzeilen wegen fremdenfeindlicher Parolen. Nun aber muss er sich vielleicht verantworten. Außer ein einziges Mal in den 70er-Jahren, als ein arabischer Kicker mit den Jerusalemern trainierte, ist nie wieder ein Araber in den Reihen der Elf aufgetaucht – in einer Stadt, in der 40 Prozent der Bevölkerung arabisch sind. Das Gesetz zur Gleichberechtigung am Arbeitsplatz allerdings erklärt, »dass niemand wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität ... diskriminiert werden darf«. Beitar wird sein Verhalten jetzt dem Wirtschaftsministerium erläutern müssen, das ein Ermittlungsverfahren gegen den Klub eingeleitet hat.

Video
Bei einem Videodreh mit dem israelischen Sänger und Schauspieler Gidi Gov ist es fast zu einem diplomatischen Eklat gekommen. Gov drehte in der Ukraine einen Werbespot für das Telekommunikationsunternehmen Bezeq, eine Parodie auf den Hollywoodfilm Argo. Dafür wurden der Teheraner Flughafen, eine persische Marktszene und eine geheime iranische Kommandozentrale nachgebaut. Die Produzenten hatten allerding nicht damit gerechnet, in Kiew auf Iraner zu treffen. Plötzlich standen drei »Informationsvertreter der iranischen Botschaft« auf dem Gelände und wollten wissen, was es mit dem Geschehen auf sich hat. Die Produzenten erzählten etwas von einer polnischen Produktion, um Israel herauszuhalten. Mit Erfolg: Unverrichteter Dinge zogen die Iraner wieder ab. Gov erfuhr erst auf dem Heimflug vom »Beinahe-Eklat«.

Betten
Das Gesundheitssystem in Israel erhält von der OECD keine guten Noten. Die Organisation für die wirtschaftliche Kooperation und Entwicklung veröffentlichte jetzt einen Bericht zu ihren 34 Mitgliedstaaten. Gleichzeitig gab das Gesundheitsministerium eine eigene Studie heraus. Beide Berichte kamen zu dem Schluss, dass es zu wenig Krankenhausbetten gibt: lediglich 1,9 pro 1000 Menschen. Damit befindet sich das Land auf dem drittletzten Platz. Der Durchschnitt in der OECD liegt bei 3,3 Betten. Allerdings gehört die Belegung mit 94,1 Prozent zu den höchsten. Auch die Zahl der Krankenschwestern und Sanitäter liegt mit 4,9 pro 1000 Einwohner im Vergleich zu durchschnittlichen 9,8 unter dem Standard. Die Zahlen zeigten, dass man weiter am System arbeiten müsse, kommentierte der stellvertretende Gesundheitsminister Yaakov Litzman.

Hund
Die Familie des Premierministers hat sich vergrößert: Am vergangenen Wochenende adoptierten die Netanjahus einen Hund. Die zehnjährige Kaiya sollte eingeschläfert werden. »Doch als mein Sohn Avner davon hörte, schlug er uns vor, sie zu adoptieren«, schrieb Benjamin Netanjahu auf seiner Facebook-Seite. Unter dem Foto des Hundes mit den lachenden Söhnen und Frau Sara schrieb er: »Wir haben sie mit Wärme und Liebe in unserer Mitte aufgenommen«.

Zeitungsinterview

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»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

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