Nahost

11-jähriges Mädchen bei iranischem Streubombenangriff schwer verletzt

Retter und Sicherheitskräfte inspizieren am Mittwochfrüh Schäden in Tel Aviv, die bei einem iranischen Raketenangriff entstanden. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die Sicherheitslage in Israel hat sich in den frühen Morgenstunden weiter zugespitzt. Mehrere Raketenangriffe aus Iran sowie Angriffe verbündeter Gruppen führten erneut zu Alarmen in weiten Teilen des Landes. In Zentralisrael wurden dabei mehrere Menschen verletzt. Ein 11-jähriges Mädchen in Bnei Brak erlitt lebensgefährliche Verletzungen. »The Times of Israel« und andere israelische Medien berichteten.

Nach Angaben von Rettungskräften traf eine Rakete mit Streumunition bewohnte Gebiete im Raum Tel Aviv. Insgesamt mussten mindestens ein Dutzend weitere Personen medizinisch versorgt werden, die meisten von ihnen mit leichteren Verletzungen.

Im Laufe des Morgens registrierte das Militär wiederholt Raketenstarts aus Iran. Ein Geschoss wurde über Zentralisrael abgefangen, nachdem zuvor Sirenen ausgelöst worden waren. Andere Raketen schlugen nach Militärangaben in unbewohntem Gelände ein.

Hisbollah und Huthi

Auch aus dem Norden und Süden blieb die Lage angespannt. Die Hisbollah feuerte Raketen und Drohnen aus dem Libanon ab, während aus dem Jemen eine weitere Huthi-Rakete in Richtung Süden gestartet wurde. Diese konnte laut Armee abgefangen werden.

Parallel zu den Angriffen setzte die israelische Luftwaffe ihre Operationen fort. Nach Militärangaben wurden erneut Ziele in Teheran angegriffen, darunter Einrichtungen des Regimes. Insgesamt habe man seit Beginn des Krieges tausende 4000 Ziele mit über 16.000 Bomben angegriffen.

Lesen Sie auch

Zudem meldete die Armee die Tötung eines hochrangigen Funktionärs der Quds-Einheit, des Auslandsarms der iranischen Revolutionsgarden. Der Mann habe über Jahre hinweg den Ausbau unterirdischer militärischer Infrastruktur in der Region vorangetrieben.

Bahrain, Kuweit und Vereinigte Arabische Emirate

Auch im Libanon griff Israel erneut an. Ziel seien ein ranghoher Hisbollah-Kommandeur sowie ein weiterer »führender Terrorist« gewesen, hieß es.

Die Auswirkungen des Konflikts reichen seit Wochen weit über Israel hinaus. In den Vereinigten Arabischen Emiraten kam ein Mensch ums Leben, als Trümmerteile nach der Abwehr einer Drohne herabstürzten. Zudem wurden Angriffe auf Einrichtungen in Kuwait und Bahrain gemeldet, die Brände auslösten.

Berichten zufolge drängen die Emirate gemeinsam mit Verbündeten auf militärische Maßnahmen, um die für den Welthandel zentrale Straße von Hormus wieder zu öffnen. Ein Vertreter erklärte, es gebe einen »breiten globalen Konsens«, dass die freie Schifffahrt dort gewährleistet werden müsse. im

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026