Rosch Haschana

Wir haben nur eine Welt

Dass es um Wildbienen schlecht steht, hat Diana Shabaev daran gemerkt, dass Strafe zahlen muss, wer eine erschlägt – so hat sie es im Tierschutz-Bußgeldkatalog 2020 gelesen. »Wenn es solche Maßnahmen gibt, dann ist es ernst, und sie müssen geschützt werden«, sagt die 13-jährige Gymnasiastin aus Berlin.

An Rosch Haschana wird an die Erschaffung der Welt erinnert. Damit die Schöpfung bewahrt wird, wünscht sich Diana, dass die Menschen vorsichtiger werden und ihren Konsum zurückfahren: »Denn die Temperaturen steigen, und die Menschen müssen einsichtiger werden.«

Sie würde sich auch wünschen, dass in der Schule viel mehr über Umweltschutz und Klimawandel unterrichtet würde – und dass Ausflüge in die Ställe der Massentierhaltung oder zu Schlachthöfen unternommen werden. »Da habe ich mir gerade eine Doku angeguckt und bin sehr erschrocken.« Wenn die Tiere schon geschlachtet würden, sollten sie wenigstens davor ein schönes Leben haben, findet die 13-Jährige.

WESPE Natürlich hat sie die Wespe aus der Limo gerettet: »Ich habe die Flasche ausgeleert«, sagt Lina Chafranov (18) aus Dortmund. Und das, obwohl Wespen oft nerven, wenn sie herumschwirren und einem das Getränk streitig machen. Ob es heute wirklich weniger Insekten gibt als früher, will Lina mit ihren 18 Jahren nicht beurteilen. Aber was ihr fehlt – und damit wird für sie der Klimawandel spürbar –, ist Schnee im Winter: »Als ich acht oder neun Jahre alt war, gab es noch welchen.«

Daran, dass es im Sommer immer heißer wird, hat sich Lina gewöhnt. Wenn sie aber von den vielen Waldbränden hört, die wegen der Hitze und Trockenheit entstehen, wird ihr erneut bewusst: »Man sollte sich vielleicht in seinem Konsum zurücknehmen.«

Schließlich stehe auch in der Tora, dass man nichts zerstören soll. »Aber Verzicht ist natürlich schwer«, sagt die angehende Medizinstudentin. Für sich selbst weiß sie, dass sie das Auto öfter stehen lassen sollte. Und: »Eigentlich kaufe ich überwiegend secondhand, aber ich würde mir wünschen, dass es bezahlbare Fair-Trade-Klamotten gibt, die auch cool sind.«

SECONDHAND Das findet auch Karina Burchak aus Halle: »Ich kaufe nur secondhand. Und in meinem Kleiderschrank habe ich nur Sachen, die ich auch tatsächlich trage«, sagt sie. Für sie spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle: »Jeder kann Einfluss darauf nehmen, wie sich die Umweltverschmutzung weiterentwickelt.« Karina achtet darauf, beim Einkauf keine plastikverpackten Waren zu kaufen. Sie kontrolliert, ob Pestizide im Einsatz und wie weit die Transportwege waren – und entscheidet dann über den Kauf eines Produkts.

Auch im Badezimmer hat sie sich umgestellt. Sie benutzt festes Shampoo und Seife, um die Plastikflaschen zu vermeiden. Was noch repariert werden kann, landet nicht im Müll. Von den Politikern wünscht Karina sich Taten, beispielsweise beim Kohleausstieg.

Sie findet, dass Demonstrationen wie »Fridays for Future« alleine wenig Wirkung haben, sondern jeder müsse sich nachhaltig verhalten: »Ich mache mir Sorgen. Uns rennt die Zeit davon.« Vielleicht kann sie ihre Gedanken auch bald Schülern nahebringen, denn nach Rosch Haschana beginnt für die Madricha im Jugendzentrum in Halle ein neuer Lebensabschnitt: In Leipzig will sie Deutsch, Englisch und Russisch auf Lehramt studieren.

sorgen »Wir haben nur eine Welt, und wir haben kein Recht, unseren Planeten zu zerstören«, sagt Sima Purits aus Düsseldorf, die sich dort als Madricha im Jugendzentrum engagiert. Auch sie macht sich Sorgen um die Zukunft. Sima vermeidet Plastikverpackungen, stellt beim Zähneputzen das Wasser aus und versucht, sich nur regional zu ernähren. »Einige Lebensmittel müssten teurer sein, damit die Tiere besser gehalten werden können«, meint die Studentin.

Sie freut sich, wenn sie eine Blumenwiese entdeckt: »Wenn die Bienen die Obstbäume und Blumen nicht mehr bestäuben können, sieht es schlecht für uns aus.« Auch im Jugendzentrum will Sima weitergeben, wie man sich möglichst umweltschonend verhält

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