Berlin

Türkisches Unternehmen »Medicana« neuer Träger vom Jüdischen Krankenhaus

Jüdisches Krankenhaus Berlin Foto: picture alliance / Schoening

Die Nachricht am Donnerstagabend hatte eine klare Botschaft: »Zukunft gesichert: Renommiertes Krankenhausunternehmen Medicana wird neuer Träger des Jüdischen Krankenhauses Berlin«.

Die Arbeitsplätze und medizinische Versorgung am Standort Berlin-Wedding blieben »in unverändertem Umfang gesichert«, auch der Krankenhausbetrieb und Patientenversorgung »bleiben uneingeschränkt bestehen«, die 270-jährige Tradition würde bewahrt, hieß es in einer Pressemitteilung des Krankenhauses.

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Nachdem das Krankenhaus im Wedding im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hatte, sei zum damaligen Zeitpunkt das Eigenverwaltungsverfahren »nach reiflicher Überlegung« eingeleitet worden. Ziel war es, einen Sanierungsprozess zu starten und das Krankenhaus strukturell und wirtschaftlich neu aufzustellen, hieß es im Dezember 2025.

Brit Ismer, die Vorstandsvorsitzende des JKB kommentiert die neue Trägerschaft in der Pressemitteilung – man habe in der Medicana Health Group »einen Partner gefunden, der die Zukunft unseres Hauses verantwortungsvoll mit uns gestalten wird. Entscheidend waren für uns die medizinische Versorgungskompetenz und die wirtschaftliche Stabilität, aber auch die Bereitschaft, die besondere Geschichte und Identität unseres Hauses dauerhaft zu respektieren und fortzuführen. Beides ist zentrale Grundlage der getroffenen Entscheidung.«

Nur noch dem Namen nach?

Kritik kommt von Ver.di:  »Die Übernahme bedeutet die Privatisierung eines vom Senat als versorgungswichtig eingestuften Krankenhauses. Damit verlieren die Jüdische Gemeinde und vor allem das Land Berlin die Entscheidungshoheit über das JKB und seine weitere Zukunft. Das Jüdische Krankenhaus Berlin entspricht damit zukünftig nur noch dem Namen nach seiner mehr als 270-jährigen Tradition.«

Das Jüdische Krankenhaus ist ein Notfallkrankenhaus mit fast 270-jähriger Geschichte. Laut Vorstand verfügt es über 384 Betten. Rund 820 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in den Fachrichtungen Innere Medizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie um Patientinnen und Patienten.

Die Medicana Health Group betreibt nach eigenen Angabe 19 Medizin-Einrichtungen. Das Jüdische Krankenhaus Berlin wäre der erste Standort in Deutschland. kat/epd

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