Berlin

Jüdisches Krankenhaus muss Insolvenz anmelden

Jüdisches Krankenhaus Berlin Foto: picture alliance / Schoening

Das Jüdische Krankenhaus Berlin hat Insolvenz angemeldet. Wie die Gesundheitseinrichtung am Freitag mitteilte, sei das Eigenverwaltungsverfahren »nach reiflicher Überlegung« eingeleitet worden. Ziel sei, einen Sanierungsprozess zu starten und das Krankenhaus strukturell und wirtschaftlich neu aufzustellen, hieß es. Für Patientinnen und Patienten ändere sich vorerst nichts.

Das Jüdische Krankenhaus ist ein Notfallkrankenhaus mit fast 270-jähriger Geschichte. Laut Vorstand verfügt es über 384 Betten. Rund 820 Mitarbeitende kümmern sich in den Fachrichtungen Innere Medizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie um Patientinnen und Patienten.

Hoher wirtschaftlicher Druck

Die Vorstandsvorsitzende Brit Ismer betonte, das Jüdische Krankenhaus stehe wie viele Krankenhäuser in Berlin und im gesamten Bundesgebiet vor großen Herausforderungen. Die strukturellen Veränderungen im Zuge der Krankenhausreform träfen auf eine insgesamt angespannte wirtschaftliche Lage. Ismer verwies auch auf aktuelle Sparbeschlüsse und Kostensteigerungen. Der Vorstand solle nun den nötigen Restrukturierungsprozess während des laufenden Versorgungsbetriebs vornehmen. Löhne und Gehälter seien abgesichert.

Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus verlangte eine Rettung der traditionsreichen Einrichtung. Fraktionschef Tobias Schulze nannte es bitter, »dass das Jüdische Krankenhaus zwar die dunkelsten Kapitel des letzten Jahrhunderts überstanden hat, aber jetzt an der Ökonomisierung des Gesundheitswesens« scheitere. Schulze forderte den Senat auf, Verantwortung zu übernehmen. epd

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Engagement

Erstklassig, Digga!

Der Fußballverein Hannover 96 ist nun beim Projekt »Shalom, Digga« in Niedersachsen mit dabei

von Katrin Richter  24.09.2026

Kommentar

Sprecht mit uns. Nehmt uns ernst

Herr Ramelow, die jüdische Gemeinschaft, die vor Judenhass warnt, ist nicht das Problem. Antisemitismus ist das Problem - insbesondere in Ihrer Partei

von Avitall Gerstetter  24.09.2026

Deutschland

»Existenzgefahr für Berlins Juden«

Die Linke macht immer wieder mit Judenhass und Forderungen nach der Auslöschung Israels von sich reden. Der Wahlsieg der Partei veranlasst nun den israelischen Botschafter zu einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme

 23.09.2026

Hellerau

Tscheburaschka und WBS70

Die Ausstellung »Jüdische Ossis IV – Räume der Freiheit und des Rückzugs« stellt Fragen nach privater und öffentlicher Identität

von Katrin Richter  22.09.2026

Hillel

»Man fühlt sich bei uns willkommen«

Die neue Geschäftsführerin Liora Jaffe über das Zuhören, Visionen und Aha-Momente

von Christine Schmitt  22.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Frauen weggeschickt

Mitten am Tag soll ein 37-jähriger Afghane einen Brandsatz an der Bergischen Synagoge gezündet und sich danach antisemitisch geäußert haben. Vorher soll er zwei Passantinnen weggeschickt haben

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Feiertage

Chatima towa, oder was?

Was von Rosch Haschana über Jom Kippur bis Sukkot die korrekte Grußformel ist

von Rabbiner Yaacov Zinvirt  25.09.2026 Aktualisiert