Andenken

Berlin hat jetzt einen Margot-Friedländer-Platz

Foto: picture alliance/dpa

Die Hauptstadt erinnert ab sofort dauerhaft an die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer: Der bisher namenlose Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus trägt nun offiziell ihren Namen. Am Mittwoch wurde das neue Straßenschild nach einer Feierstunde im Plenarsaal enthüllt.

An der Zeremonie nahmen unter anderem die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sowie der Vorsitzende der Margot-Friedländer-Stiftung, Karsten Dreinhöfer, teil. Mit dem Margot-Friedländer-Platz werde das Andenken an die Ehrenbürgerin Berlins an einem zentralen Ort der Hauptstadt sichtbar verankert.

Seibeld erinnerte an Friedländers letzten öffentlichen Auftritt im Mai vergangenen Jahres in Berlin. »Niemand konnte sich ihrer zarten Stärke entziehen oder dem Gewicht ihrer Worte ausweichen«, sagte sie. Die Benennung des Platzes vor dem Parlament sei »eine dauerhafte Mahnung«. Das Berliner Abgeordnetenhaus, die »Herzkammer der Demokratie«, habe nun eine neue Adresse.

»Deutliches Bekenntnis«

Auch Wegner hob die symbolische Bedeutung hervor. »Mit dem Margot-Friedländer-Platz direkt vor dem Berliner Abgeordnetenhaus ehren wir eine außergewöhnliche Frau an einem der sichtbarsten Orte unserer Demokratie«, erklärte der CDU-Politiker. Der neue Platz halte die Erinnerung an Friedländer lebendig und sei zugleich »ein deutliches Bekenntnis gegen Antisemitismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit«.

Lesen Sie auch

Karsten Dreinhöfer von der Margot-Friedländer-Stiftung erklärte, Friedländers Name stehe für Menschlichkeit, Verantwortung und den Widerstand gegen Ausgrenzung. »Ihr Name an diesem Ort ist ein bleibendes Zeichen: dafür, dass Ausgrenzung und Vernichtung keinen Platz mehr haben dürfen – weder in Berlin noch in unserer Gesellschaft«, sagte er. Der Margot-Friedländer-Platz solle »ein Versprechen für Menschlichkeit im Herzen unserer Demokratie« sein.

Begleitet wurde die Veranstaltung von musikalischen Beiträgen eines Schulchors der künftigen Margot-Friedländer-Schule in Spandau sowie eines Ensembles um Nur Ben Shalom.

Auch in Borna und Neumarkt gibt es jeweils einen Margot-Friedländer-Platz. Bei Google Maps wurde der neue Name des Platzes vor dem Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstagvormittag noch nicht angezeigt. im

Engagement

Erstklassig, Digga!

Der Fußballverein Hannover 96 ist nun beim Projekt »Shalom, Digga« in Niedersachsen mit dabei

von Katrin Richter  24.09.2026

Kommentar

Sprecht mit uns. Nehmt uns ernst

Herr Ramelow, die jüdische Gemeinschaft, die vor Judenhass warnt, ist nicht das Problem. Antisemitismus ist das Problem - insbesondere in Ihrer Partei

von Avitall Gerstetter  24.09.2026

Deutschland

»Existenzgefahr für Berlins Juden«

Die Linke macht immer wieder mit Judenhass und Forderungen nach der Auslöschung Israels von sich reden. Der Wahlsieg der Partei veranlasst nun den israelischen Botschafter zu einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme

 23.09.2026

Hellerau

Tscheburaschka und WBS70

Die Ausstellung »Jüdische Ossis IV – Räume der Freiheit und des Rückzugs« stellt Fragen nach privater und öffentlicher Identität

von Katrin Richter  22.09.2026

Hillel

»Man fühlt sich bei uns willkommen«

Die neue Geschäftsführerin Liora Jaffe über das Zuhören, Visionen und Aha-Momente

von Christine Schmitt  22.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Frauen weggeschickt

Mitten am Tag soll ein 37-jähriger Afghane einen Brandsatz an der Bergischen Synagoge gezündet und sich danach antisemitisch geäußert haben. Vorher soll er zwei Passantinnen weggeschickt haben

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Feiertage

Chatima towa, oder was?

Was von Rosch Haschana über Jom Kippur bis Sukkot die korrekte Grußformel ist

von Rabbiner Yaacov Zinvirt  25.09.2026 Aktualisiert

Porträt der Woche

Damit die Namen bleiben

Jorge Steffen ist Germanist und engagiert sich für den Erhalt von Grabsteinen

von Gerhard Haase-Hindenberg  20.09.2026