100 Jahre Makkabi

Sportliche Brückenbauer

Sportlich vereint: Makkabi-Präsident Alon Meyer, Vizepräsident für Verwaltung Wolfgang Krymalowski, Zentralratspräsident Josef Schuster und Bundesministerin für Justiz Christine Lambrecht (v.l.) Foto: Stefan Laurin

Mit einer Feierstunde ist am Sonntag im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund der 100. Geburtstag der Makkabi-Bewegung gefeiert worden. Der Zusammenschluss jüdischer Sportverbände zur Maccabi World Union fand im August 1921 in Karlsbad (Karlovy Vary) statt.

Das Museum stellte anlässlich des 100-jährigen Bestehens auch das Projekt »Niemals vergessen! Das Online-Lexikon verfolgter jüdischer Fußballer« vor. Dieses Lexikon widmet sich den Lebensgeschichten verfolgter und heute zumeist vergessener jüdischer Fußballer und Funktionäre.

Antwort In einer Videobotschaft erinnerte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier daran, dass es vor allem deutsche Juden gewesen seien, die darauf hingewirkt hätten, dass sich jüdische Sportvereine aus neun Ländern 1921 zum Makkabi-Weltverband zusammenschlossen. Zugleich betonte das Staatsoberhaupt: »Die Gründung jüdischer Sportklubs war damals auch eine Antwort auf antisemitische Tendenzen, die sich in der deutschen Turnbewegung verfestigten und ausbreiteten und immer wieder dazu führten, dass Menschen jüdischen Glaubens aus Vereinen ausgeschlossen oder als Mitglieder zweiter Klasse angesehen wurden.«

Den Gründern der ersten jüdischen Vereine sei es aber vor allem darum gegangen, die zionistische Bewegung zu stärken, die für einen unabhängigen jüdischen Staat in Palästina eingetreten sei. »Andere jüdische Sportklubs, die damals ins Leben gerufen wurden, standen für andere politische Ideen und Überzeugungen oder betonten ihre Neutralität.«

Kultur Angesichts von 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland führe das Makkabi-Jubiläum »noch einmal vor Augen, wie facettenreich der jüdische Beitrag zur Kultur unseres Landes ist und welch große Bedeutung dabei seit dem 19. Jahrhundert auch dem Sport zukommt«, betonte Steinmeier. Er verwies zugleich auch auf den Ausschluss und die Demütigungen jüdischer Sportler nach 1933. Fünf Jahre später nach den Novemberpogromen 1938 hätten die Nazis dann auch alle jüdischen Sportvereine zerschlagen.

»Die Rückkehr von Makkabi nach Deutschland steht auch für das Geschenk der Versöhnung und des Vertrauens, das den nichtjüdischen Deutschen zuteil wurde«, betonte der Bundespräsident. 1969 habe zum ersten Mal nach der Schoa wieder eine deutsche Mannschaft unter großem Applaus an der Makkabiade in Israel teilgenommen. »Bis heute bauen die Makkabi-Vereine immer wieder neue Brücken zwischen der deutschen und der israelischen Gesellschaft.«

Antisemitismus Zugleich fördere Makkabi das Miteinander verschiedener Menschen in Deutschland. »Manche nichtjüdische Mitglieder kommen in den Makkabi-Klubs zum ersten Mal überhaupt mit Jüdinnen und Juden in Kontakt.« Steinmeier, der seine Rede mit den Worten »Makkabi Chai, Makkabi lebt«, beendete, verwies auch darauf, dass Makkabi-Mitglieder mit Anfeindungen und Beleidigungen zu kämpfen haben. So hatte vor einiger Zeit eine repräsentative Studie ergeben, dass 39 Prozent aller bei Makkabi organisierten Sportler bisher mindestens einmal von einem antisemitischen Vorfall im Sport betroffen waren.

Zentralratspräsident Josef Schuster hob die Bedeutung des Sportverbandes bei der Integration jüdischer Zuwanderer aus Osteuropa hervor: »Für unsere Gemeinden ist Makkabi wichtig.«

Der Präsident von Makkabi Deutschland, Alon Meyer, hatte im Vorfeld der Feierstunde gesagt, dass die Bewegung zur Sichtbarkeit jüdischen Lebens beitrage und Raum für interkulturelle Begegnungen biete. Makkabi leiste einen »unverzichtbaren Beitrag« zum Abbau antisemitischer Ressentiments. Von Donnerstag bis Sonntag finden in Düsseldorf die Makkabi Deutschland Games statt.

Lesen Sie mehr zu dem Festakt in der kommenden Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

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