Leipzig

Schoa-Überlebender Andrei Moiseenko reist für seinen 100. Geburtstag durch Sachsen

Andrei Iwanowitsch Moiseenko Foto: picture alliance/dpa

Der Holocaust-Überlebende Andrei Iwanowitsch Moiseenko reist anlässlich seines bevorstehenden 100. Geburtstags durch Sachsen. Der frühere Häftling des Konzentrationslagers Buchenwald will laut einem Bericht des MDR bei Filmvorführungen, Schulveranstaltungen und Gesprächen vor allem jungen Menschen von Verfolgung, Zwangsarbeit und Überleben während der NS-Zeit berichten.

Stationen der Reise sind unter anderem Leipzig, Dresden, Chemnitz, Annaberg-Buchholz, Hoyerswerda und Bautzen. In Dresden haben sich laut Veranstaltern bereits mehr als 2300 Schülerinnen und Schüler für Begegnungen mit dem Zeitzeugen angemeldet.

Am Mittwochabend war Moiseenko in der Leipziger Kinobar Prager Frühling bei einer Filmveranstaltung mit anschließendem Gespräch. Heute soll ihn Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung im Neuen Rathaus empfangen. Dort wird sich der Gast auch in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

Als Jugendlicher verschleppt

Moiseenko wurde am 1. Mai 1926 im damals zur Sowjetunion gehörenden Czernowitz in der Bukowina geboren, das heute in der Ukraine liegt. Nach der Besetzung der Region durch die Wehrmacht wurde er im Alter von 15 Jahren als Zwangsarbeiter nach Leipzig deportiert.

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Dort musste er im Außenlager des KZ Buchenwald für den Rüstungsbetrieb HASAG arbeiten. Später warf ihm die Gestapo vor, einer Widerstandsgruppe anzugehören. Er wurde zunächst im Leipziger »Ausländergefängnis« Riebeckstraße inhaftiert und anschließend in das KZ Buchenwald gebracht.

Bis Herbst 1944 musste er dort im Steinbruch arbeiten. Danach kam er in das Außenlager Wansleben, wo er schließlich von US-Truppen befreit wurde. Seit dem Ende des Krieges lebt Moiseenko in Minsk im heutigen Belarus.

Offenheit und Neugier

Nach Angaben der Veranstalter, die der MDR zitiert, ist er bis heute aktiv, fährt Fahrrad und begegnet anderen Menschen mit großer Offenheit und Neugier.

Begleitet wird die Tour vom Dokumentarfilm »Ja, Andrei Iwanowitsch« aus dem Jahr 2018, der nun erstmals frei auf YouTube verfügbar sein soll. Außerdem entsteht derzeit ein weiterer Film über sein Leben mit dem Titel »Alles was ich immer wollte, war alles«. im

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