Maccabi

Schritt für Schritt

Arm in Arm und ohne Abstand: Maccabi vor der Corona-Krise Foto: Herbert Wirtz

Manchmal sind es kleine Gesten, die wahre Größe zeigen. Der TSV Maccabi München hat vorgemacht, wie das funktioniert. Die mit großer Mehrheit auf der letzten Generalversammlung im Oktober vergangenen Jahres beschlossene Erhöhung der Sportgebühren um 30 Euro wird auf nächstes Jahr verschoben.

»Wir wollen unsere Mitglieder in dieser schwierigen Zeit nicht zusätzlich finanziell belasten«, heißt es in dem Schreiben des Vorstands. Umso hilfreicher für den Verein wäre es, wenn die im Juli vorgesehene Einziehung der konstant gebliebenen Gebühren komplikationslos verlaufen könnte.

TEAM »Diese Gebühren«, sagen Maccabi-Präsident Robby Rajber und sein Team, »garantieren das Überleben des Vereins.« Sie weisen auf die laufenden Kosten der Vereinsanlage hin, die trotz Corona und ohne aktiven Spielbetrieb anfallen. Ohne die Gebühren könnten die Einnahmedefizite nicht ausgeglichen werden.

Ein Satz in dem Brief der Maccabi-Verantwortlichen an die Mitglieder macht deutlich, wie das Herz des Vereins schlägt: »Uns fehlt das bunte Treiben auf der Vereinsanlage, die Spannung und Aufregung der Punktespiele und Turniere, aber allem voran die vielen glücklichen Kinder, die ganz unabhängig von Religion und Herkunft bei uns ein sportliches Zuhause gefunden haben.«

Der ganze Verein wurde durch die Pandemie monatelang lahmgelegt.

Aufgrund der Corona-Krise musste nicht nur die traditionelle Maccabi-Party zur Saisoneröffnung am 1. Mai ausfallen, auch der ganze Verein wurde durch die Pandemie monatelang lahmgelegt. Doch langsam kehren das Kinderlachen und die »Normalität« wieder zurück – die Betonung liegt auf »langsam«.

resonanz Immerhin: Seit dem 17. Mai ist es wieder möglich, auf den drei Plätzen Tennis zu spielen, selbstverständlich mit vorheriger Online-Anmeldung und unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Aber die Resonanz bei den Sportlern ist groß. Schrittweise ist ab jetzt auch die Rückkehr zum Trainingsbetrieb im Fußball und bei den Sportschützen möglich, allerdings müssen auch hier besondere Sicherheitsmaßnahmen in Kauf genommen werden.

Wie sich organisierter Sport in dieser Saison darüber hinaus sicher und sinnvoll gestalten lässt und wie die weitere Entwicklung aussieht, ist von den Beschlüssen der Sportverbände abhängig. In jedem Fall aber konnten die Verantwortlichen eines feststellen: »Der Zusammenhalt und die Verbundenheit der Maccabi-Familie ist etwas ganz Besonderes.«

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Düsseldorf

Zwei Familien, eine Freundschaft

Die Rubinsteins und die Spiegels erlebten wichtige Momente gemeinsam. Erinnerungen an einen Freund

von Herbert Rubinstein  29.04.2026

Erinnern

»Paul, du fehlst«

Vor 20 Jahren am 30. April starb Paul Spiegel. Als Zentralratspräsident hat er das Land geprägt und sich für Verständigung eingesetzt. Wie würde er auf das Heute blicken? Gedanken von Gisèle Spiegel

von Gisèle Spiegel  29.04.2026

Jubiläum

»Wir richten den Blick nach vorn«

Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion

von Christine Schmitt  28.04.2026

Militär

Für Deutschland kämpfen?

Nach der Schoa war es für Juden unvorstellbar, wieder in einer deutschen Armee zu dienen. Doch wie blickt die jüdische Gemeinschaft heute auf die Bundeswehr?

von Joshua Schultheis  28.04.2026

Gedenken

17 neue Stolpersteine für Magdeburg

Seit dem Jahr 2007 wurden in Magdeburg mehr als 860 Stolpersteine für Opfer der Verfolgungen in der Zeit des Nationalsozialismus verlegt. Am 4. Mai kommen weitere 17 Steine an den Wohnorten von jüdischen Mitbewohnern hinzu

 28.04.2026

Berlin

Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Platz

Der Vorplatz des Berliner Abgeordnetenhauses wird zum 7. Mai umbenannt

 28.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026