München

Schalom, Chawerim!

Screenshot aus einem Video zum Wochenabschnitt mit Asaf Grünwald Foto: IKG München und Oberbayern/Asaf Grünwald

München

Schalom, Chawerim!

Der Religionslehrer Asaf Grünwald legt Woche für Woche in Kurzvideos den aktuellen Tora-Text für die Gemeindemitglieder aus

von Luis Gruhler  26.08.2025 13:24 Uhr

»Hallo, liebe Freunde!« oder »Schalom, Chawerim!«: So begrüßt Asaf Grünwald jede Woche die Zuschauer in seinen Kurzvideos zum jeweils anstehenden Wochenabschnitt. Dann fängt er an zu erzählen: Im freien Vortrag erklärt er Zusammenhänge aus dem aktuellen Tora-Text und veranschaulicht sie temperamentvoll. Mal tritt er vor sonniger Landschaft in Israel auf, ein anderes Mal spricht er vor dem Aron Hakodesch in der Ohel-Jakob-Synagoge in München.

Seit Anfang des Jahres erscheinen seine Auslegungen Woche für Woche unter dem Titel »Parascha mit Asaf Grünwald« im Newsletter für die Mitglieder der Kultusgemeinde. »Ich habe mich sehr gefreut, der Bitte der Gemeindeleitung nachzukommen und diese besondere Tradition kurzer Interpretationen zum Wochenabschnitt fortzusetzen«, so Grünwald.

Zur Bewältigung dieser didaktischen Aufgabe greift Grünwald auf umfassende Erfahrung zurück. Bereits während der Corona-Zeit, als die Schulen geschlossen blieben, hatte Grünwald, der als Religionslehrer an der Sinai-Grundschule tätig ist, gemeinsam mit Michaela Rychlá online einen Kabbalat Schabbat produziert. Zu Pessach und zu Jom Haazmaut folgten weitere Videos mit Liedern und Gebeten.

Beste Voraussetzungen, um jüdische Geschichte und jüdische Traditionen auch anhand der Wochenabschnitte lebendig werden zu lassen.

Als Tourguide ist Asaf Grünwald auch in Israel viel unterwegs und erklärt zum Beispiel die Hintergründe des israelischen Unabhängigkeitstages oder zu Lag Ba­Omer die Geschichte des Bar-Kochba-Aufstands. Beste Voraussetzungen also, um jüdische Geschichte und jüdische Traditionen auch anhand der Wochenabschnitte lebendig werden zu lassen. »Wenn es uns gelingt, in der Tora jede Woche einen Gedanken auszuwählen, der unsere Welt erhellt und zum Nachdenken anregt, dann wird das Lernen lebendig und bedeutungsvoll, dann lassen wir uns berühren«, beschreibt Grünwald seinen Ansatz.

»Parascha« bedeutet »Abschnitt« und bezeichnet das jeweils am Schabbat zu lesende Kapitel der Tora. Diese Lesungen strukturieren gemeinsam mit den Festtagen den Jahreszyklus im Kalender. Auch die Erläuterungen von Asaf Grünwald folgen dieser Struktur, wenn in den Videos die Parascha oder, je nach Datum, die Bedeutung eines anstehenden Festes erklärt wird. Zuletzt erläuterte Grünwald den Fast- und Trauertag Tischa beAw, an dem der Heimsuchungen in der jüdischen Geschichte gedacht wird. Gerade auf solche Katastrophen gelte es mit Verantwortungsgefühl zu reagieren, um »Nächstenliebe, Einheit und Frieden zu stärken«, so Grünwald auch mit Blick auf die Gegenwart und fährt fort: »Möge es so sein, dass sich die Tage der Trauer in Tage der Freude verwandeln.«

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