Jugendfestival

»Lasst es krachen!«

Sie gingen als Vierte an den Start: das Jugendzentrum Chesed aus Gelsenkirchen

Im Berliner Estrel Hotel hat am Freitagnachmittag der jüdische Gesangs- und Tanzwettbewerb Jewrovision begonnen. Über 1000 jüdische Jugendliche versammelten sich dort, um die Auftritte der zwölf Jugendzentren zu verfolgen und ihre Favoriten anzufeuern.

Zum Auftakt dankte Zentralratspräsident Josef Schuster den Jugendlichen, die aus Rücksichtnahme auf vulnerable Menschen in den zwei Pandemiejahren auf die Jewrovision, ihr Jugendzentrum und Partys verzichteten. Schuster rief den aus der gesamten Bundesrepublik angereisten jüdischen Jugendlichen zu: »Lasst es so richtig krachen!«

MUT Bundesfamilienministerin und Jewrovison-Schirmherrin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) würdigte den Humor, Mut und Spaß der Teilnehmer: »Danke, dass ihr uns all das schenkt.« Paus dankte auch dem Zentralrat der Juden als Organisator, der mit der Jewrovision einen »großartigen experimentellen Raum« für Kultur und Empowerment biete.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Was geht ab, liebe Jewrovision 2022?«, begrüßte der Gelsenkirchener Rapper Dan und »Jewro«-Moderator das Publikum. Er grüßte unter anderem seine im ukrainischen Odessa lebenden Großeltern, die den Wettbewerb im Livestream verfolgen.

AUFTRITTE Die Beiträge der Jugendzentren setzen sich jeweils aus einem Video und einem Tanz- und Gesangsact auf der Bühne zusammen. Chasak Hamburg eröffnete die Show mit einem nachdenklichen Video, das mit einem Statement gegen den Krieg in der Ukraine endete. Einen Kontrast setzten die Hamburger Jugendlichen mit ihrem fröhlichen, lebensbejahenden Bühnenauftritt.

Den Spaß am Zusammenkommen betonte auch das JuZe Jachad Köln. In ihrem Video betonten die Kölner die Vorfreude und motivierende Wirkung der seit 2019 erstmals wieder stattfindenden Jewrovision. Die Themen Tradition, Identität und Empowerment standen im Mittelpunkt des Auftritts der Gruppe JuJuBa. In ihrem Video würdigten die Jugendlichen die Tradition, die Namen der Großeltern an die Enkel weiterzugeben.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Ich wünsche mir, dass du nicht mehr allein bist, dass du unter Menschen bist, dass du die Feiertage, so, wie es sich gehört, in deiner Gemeinde feierst, dass du auf Machane deine erste Liebe findest, dass du das erste Mal auf der Bühne stehst«, hieß es in einem fiktiven Video-Dialog zwischen einem Jugendlichen und seiner Mutter, den Chesed Gelsenkirchen ihrem Act voranstellten.

Der Stolz auf die eigene jüdische Identität bildete den roten Faden des Videos und des Auftritts von Kadima Düsseldorf. Politisch und kraftvoll zeigte sich das Frankfurter Jugendzentrum Amichai, das vor dem Halbzeit-Act Diana Goldberg auftrat. Die Frankfurter betonten ihr jüdisches Selbstbewusstsein inmitten des ansteigenden Antisemitismus: »Zeig dein Gesicht!«

CSD

Vom Feiern zum Schock

Auch viele queere Jüdinnen und Juden tanzten fröhlich auf Berliner Straßen – bis der Anschlag geschah

von Christine Schmitt  29.07.2026

Lesen

Zehn Welten

Die Journalistin Anna Lutz hat Jüdinnen und Juden porträtiert und darüber ein Buch veröffentlicht. Entstanden sind Geschichten zwischen Nähe und Distanz

von Leon Stork  28.07.2026

Kino

»Das ist das Vermächtnis meines Vaters«

Alice Brauner setzt als Produzentin die Familientradition fort. Ein Gespräch über ihren neuen Film »Block 10«, Herausforderungen für Schauspieler und intensive Recherchen

von Christine Schmitt  28.07.2026

München

Vorhang auf für die Kids

Zum Start der Sommerferien führen die Kinder der Sinai-Grundschule ein Musical in englischer Sprache auf

von Luis Gruhler  28.07.2026

Worms

Ein Turm in der Erde

Seit ein paar Wochen können Besucher wieder die Mikwe besichtigen. Ein Ort mit einer langen Geschichte. Doch der Klimawandel hinterlässt seine Spuren

von Mascha Malburg  28.07.2026

Interview

»Kiddusch mit Empanadas«

Daniela Rusowsky über die lateinamerikanische Gemeinschaft in Berlin, Melodien aus der Heimat und die Bedeutung von Kabbalat Schabbat

von Mascha Malburg  26.07.2026

München

Diplomatie und Freundschaft

Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens lud das israelische Generalkonsulat zu einem Festakt in den Kaisersaal der Residenz

von Luis Gruhler  26.07.2026

Porträt der Woche

Eine Stimme für Israelis

Eliran Hirsh möchte mit seinen Podcasts Landsleute weltweit vernetzen

von Lorenz Hartwig  26.07.2026

Berlin

Rabbinerkonferenz: Berliner Führerbunker jüdischer Gemeinde geben

Was wird aus dem alten Führerbunker in Berlin? Derzeit streiten Senat, Stadtplaner und Denkmalschützer um den richtigen Umgang mit der Ruine. Die Europäische Rabbinerkonferenz schaltet sich nun mit einem Vorschlag ein

 26.07.2026