München

Jahrestag, Lesung, Film

Propyläentor am Münchner Königsplatz Foto: imago images/Westend61

Jahrestag

»Zwölf Monate – Zwölf Namen | 50 Jahre Olympia-Attentat München« stehen für ein Gedenkjahr an jede Einzelpersönlichkeit, die bei dem Massaker am 5./6. September 1972 ermordet wurde. Im Mai erinnert eine Ausstellung in der Galerie des Landratsamtes Fürstenfeldbruck, Münchner Straße 32, an den Freistil-Ringer Eliezer Halfin. Halfin und seine Schwester wuchsen als Kinder von Schoa-Überlebenden im sowjetischen Riga auf. Dort war er bereits ein erfolgreicher Freistil-Ringer. 1969 konnte die Familie endlich nach Israel ausreisen. Halfin absolvierte den für Einwanderer verpflichtenden Hebräischkurs in einem Kibbuz nahe dem Wingate-Sportleistungszentrum, wo er sich parallel zum Spracherwerb für seine Teilnahme an den Olympischen Spielen qualifizierte.  ikg

Lesung

Am Dienstag, den 10. Mai, findet zwischen 11 und 18 Uhr auf dem Königsplatz vor der Antikensammlung eine Gedenkveranstaltung zur Bücherverbrennung 1933 statt. Unter dem Motto »München liest – aus verbrannten Büchern. Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte« beteiligen sich anlässlich des 89. Jahrestags viele Münchner Institutionen und Initiativen an der Aktion. Die Veranstaltung findet alljährlich an dem Ort statt, wo in München 1933 Bücher verfemter Autoren für alle Zeit symbolisch vernichtet wurden. Zum Auftakt brennt der Aktionskünstler Wolfram Kastner schon um 10 Uhr einen Brandfleck in den Rasen, »damit kein Gras über die Geschichte wächst«. Unter den mehr als 20 Münchner Institutionen, die an der Lesung mitwirken, sind unter anderem die Landeshauptstadt München vom Kulturreferat bis zu den städtischen Theatern, die Hochschule für Musik und Theater, die Münchner Volkshochschule, die Stiftung Bayerische Gedenkstätten, ver.di Bayern, der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern.  ikg

Vortrag

Am Mittwoch, 11. Mai, 18 Uhr, lädt der Lehrstuhl für mittelalterliche jüdische Geschichte zu einem Online-Vortrag von Nureet Dermer ein, die in der Abteilung für jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem tätig ist. Ihr Vortrag trägt den Titel »Urban Space and Social Perceptions – Jewish Settlements in Paris«. Den Link zur Teilnahme erhält man nach schriftlicher Anmeldung unter buerohaverkamp@gmail.com.  ikg

DOK.fest

Im Rahmen des Münchner DOK.fest 2022 ist im NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1, am Donnerstag, den 12. Mai, um 19 Uhr der Film »Housewitz« (NL 2021) von Oeke Hoogendijk zu sehen. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit der Filmemacherin. Sie hat ihre Mutter Lous, eine Holocaust-Überlebende mit Agora- und Soziophobie, in deren eigenen vier Wänden, die sie seit Jahrzehnten nicht mehr verlässt, mit der Kamera begleitet. Der Film gibt Einblicke in eine beklemmende Realität, in der der Holocaust täglich präsent ist und in den Alltag nachwirkt. Tickets für diese Veranstaltung sind unter www.dokfest-muenchen.de erhältlich.  ikg

Identität

Unter dem Motto »Identität – Wer sind wir?« präsentiert YouthNet, ein interreligiöses, interkulturelles Jugendnetzwerk in München – von Eva Rapaport initiiert unter dem Dach der Lichterkette e. V. – die Ergebnisse seiner Arbeit 2021/22 mit Jugendlichen bis 15. Mai in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, Raum »Temporär II«. Mehr Informationen und Anmeldung unter www.youthnet-muenchen.com.  ikg

Porträt der Woche

Reihe 9, außen

Diana Sims-Silbermann spielt Cello und ist Theaterärztin. Sie hat immer denselben Platz

von Claudia Irle-Utsch  01.11.2026

Gesellschaft

Die Welt retten? Fangen wir klein an

Am 22. November findet der Mitzvah Day statt. Unter dem Motto »Gemeinsam. Füreinander« engagieren sich Gemeinden, Schulen und Gruppen für soziale Projekte. Die Anmeldungen laufen

von Katrin Richter  01.11.2026

Wettbewerb

Mehr als ein Bibelquiz

Erstmals wurde der »Chidon Hatanach« in der bayerischen Hauptstadt auf lokaler Ebene ausgetragen

von Luis Gruhler  01.11.2026

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Am Montag wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  30.10.2026

Berlin

Wundersame Rückkehr

Eine Delegation des Temple Chai aus Phoenix, Arizona, brachte einen Wimpel und eine Parochet, die 88 Jahre verschollen waren, zurück in die Synagoge Oranienburger Straße

von Alicia Rust  29.10.2026

Frankfurt am Main

L’Chaim! Auf das Leben

Die Gala »WIZO Night for Children« brachte mehr als 560 Patenschaften

von Eugen El  29.10.2026

Gefahr

Antisemitische Gewalt an Halloween?

In einem Schreiben rät der Zentralrat der Juden für das Wochenende zu Vorsicht und empfiehlt verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

 28.10.2026

Seele

Wenn alles zu viel ist

Erstarkende Extreme, Gedanken ans Auswandern, Rechtfertigen im Alltag – eine virtuelle Begegnung mit Jüdinnen und Juden und der Frage: Wie geht’s dir?

von Katrin Richter  27.10.2026