Das Museum Zwangsarbeit in Weimar zeigt ab Dienstag die Ausstellung »trotzdem da!«. Die Schau beleuchte die Geschichten von Kindern aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen, teilte das Museum am Donnerstag mit.
Den Angaben zufolge waren während des Nationalsozialismus freundschaftliche und intime Kontakte zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern beziehungsweise Zwangsarbeiterinnen verboten. Verstöße seien zum Teil hart bestraft worden. Trotzdem habe es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen gegeben. Ihre Geschichten seien lange tabuisiert worden.
In der Forschung wurden Fragestellungen rund um »unerwünschte Kinder« bislang kaum untersucht.
Heimliche Beziehung mit Happy End
Das Ausstellungsteam hat den Angaben zufolge mehr als 20 dieser »unerwünschten Kinder« aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden ausfindig gemacht. Die Ausstellung erzähle ihre Lebensgeschichten und beleuchte ihre Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung in der Nachkriegszeit ebenso wie die Verfolgungsgeschichten der Eltern. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Gedenkstätte Lager Sandbostel.
Bei der Eröffnung ist der 1956 geborene Niederländer Ton Maas anwesend, dessen Vater Kees 1943 als niederländischer Zwangsarbeiter nach Berlin verschleppt worden war. Dort lernte er die deutsche Arbeiterin Martha Kopka kennen. Trotz der Angst vor Entdeckung blieb das Paar durch die Kriegswirren hinweg heimlich zusammen. Nach der Befreiung heirateten sie und bauten sich ein gemeinsames Leben in den Niederlanden auf. epd