Kompakt

Grundstein, Museumsmäuse, App

Die Museumsmaus des Jüdischen Museums Ehemalige Synagoge Kriegshaber Foto: Franz Kimmel

Kompakt

Grundstein, Museumsmäuse, App

Meldungen aus den Gemeinden

 14.11.2019 12:13 Uhr

Dessau

Für den geplanten Synagogenbau in Dessau-Roßlau ist am Gedenktag des Novemberpogroms 1938 symbolisch der Grundstein gelegt worden. Daran nahm auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teil. Das Grundstück für den Anbau wurde vor einem Jahr von der Stadt Dessau-Roßlau an die Jüdische Gemeinde übertragen. Das Bauvorhaben umfasst etwa 1,7 Millionen Euro. Nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Halle erwartet der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Dessau, Alexander Wassermann, außerdem zusätzliche finanzielle Unterstützung für notwendige Sicherheitsmaßnahmen. Er hofft auf die Fertigstellung des Baus bis Ende nächsten Jahres oder Anfang 2021. Die Dessauer Gemeinde hat rund 300 Mitglieder. Die neue Synagoge soll in Erinnerung an die jüdische Familie des Komponisten Kurt Weill (1900–1950) den Namen Weill tragen. Kurt Weills Vater Albert war einst Kantor in Dessau. epd

Augsburg

Ein besonderes Programm für Kinder bietet das Jüdische Museum, Standort Ehemalige Synagoge Kriegshaber an. Bei der Zeitreise mit den Synagogenmäusen erzählen diese von ihren nächtlichen Rundgängen im Museum. Normalerweise leben sie versteckt, teilt das Museum mit, »wenn sie aber bei ihren nächtlichen Rundgängen etwas Spannendes aufgestöbert haben, kommen die beiden manchmal ins Büro und erzählen uns davon«. Die nächste öffentliche Führung für Familien findet am Sonntag, 24. November, um 14 Uhr statt. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Plätze auf 30 Personen begrenzt. Eine Anmeldung unter Mail: office@jkmas.de oder Telefonnummer: 0821/51 36 58 bis zum 21. November sei daher dringend erforderlich. ja

Worms

Mithilfe einer App können sich jetzt Worms-Besucher in die Zeit von 1905 versetzen lassen und das jüdische Leben der Stadt erforschen. Die spezielle App ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule und des Vereins der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz, wie die »Allgemeine Zeitung« Mainz berichtet. Die App erzählt Geschichten, in die Fakten und Informationen aus dem jüdischen Leben der Stadt eingebettet sind. Die fiktiven Personen Anton und Abel begleiten den Besucher bei seinem Rundgang durch das jüdische Worms. Der Besucher kann selbst bestimmen, wie ausführlich er zum Beispiel der Erzählung über Herta Mansbacher lauschen möchte, die in der Pogromnacht zahlreiche Kultusgegenstände aus der brennenden Synagoge rettete. Der Verein der SchUM-Städte kämpft nach wie vor um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. ja

Stadtführung

Tatort Scheunenviertel

Kleinkriminelle, Arbeiter und Ostjuden – der Historiker Dmitry Kudinov zeigt die bewegte Geschichte eines hippen Teils von Berlin, der vor rund 100 Jahren alles andere als gentrifiziert war

von Alicia Rust  17.07.2026

Recklinghausen

Wie der Fußball Eddy rettete

Die Jüdische Gemeinde und Schulen der Region trugen den Emanuel-Schaffer-Cup aus – in Erinnerung an den legendären israelischen Trainer

von Martin Krauß  16.07.2026

Maccabiah

Momente, Medaillen, Menschen

Nach zwei Wochen ist das größte internationale Sportevent in Jerusalem erfolgreich zu Ende gegangen

von Katrin Richter  15.07.2026

Programm

100 Synagogen, zwei Chemnitzer und ein Eis am Stiel: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 16. Juli bis zum 23. Juli

 15.07.2026

Jahrhundertzeugin

Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

Frieda Daniels ist Hochseilartistin. Sie floh als Sintiza vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Als 93-jährige Zeitzeugin war sie nun in Heidelberg zu Gast. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

von Stefanie Ball  15.07.2026

Interview

Glaubwürdigkeit schaffen

Yuki Ronen Schmidt über die Arbeit von Miphgasch/Begegnung und die eigene Rolle in dem Bildungsarbeitsprojekt

von Pascal Beck  14.07.2026

Düsseldorf

Das Om im Schalom

Die Jüdische Volkshochschule bietet Kurse an, die Yoga und Judentum verbinden. Das Online-Angebot ist auch offen für andere Gemeinden und Interessenten

von Annette Kanis  13.07.2026

Porträt der Woche

Spezialist für Musicals

Adam Benzwi ist Amerikaner und entdeckte in Berlin die Schlager der 1920er-Jahre

von Gerhard Haase-Hindenberg  12.07.2026

Berlin

Türkisches Unternehmen »Medicana« neuer Träger vom Jüdischen Krankenhaus

Die 270-jährige Tradition des Hauses bleibe bewahrt – Kritik an der Übernahme kommt von Ver.di

 10.07.2026