Mit einer fulminanten Auftaktveranstaltung sind die 40. Jüdischen Kulturtage 2026 im Münchner Cuvilliés-Theater eröffnet worden. Zahlreiche prominente Gäste aus der Stadtgesellschaft verfolgten den Festakt, der unter dem Motto »Gemeinsam im Klang der Kultur« mit Kantor Chaim Stern und dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Tomer Adaddi durch verschiedenste Klangwelten der jüdischen Kultur führte, vom Klassiker »Yerushalayim Shel Zahav« bis zu »Fiddler on the Roof« und Leonard Cohens »Halleluja«, für das Stern von der Münchner Sängerin Laila Nöth begleitet wurde.
Zu den Sponsoren zählt in diesem Jahr neben dem Bayerischen Kultusministerium und der Stadt München auch die Jerusalem Foundation. Die Schauspielerin Sunnyi Melles ließ den Abend mit einer Lesung von Texten Stefan Zweigs und Ephraim Kishons unterhaltsam ausklingen.
Judith Epstein unterstrich in ihrer Begrüßung zum 40. Jubiläum der Jüdischen Kulturtage die Bedeutung des Anlasses.
Die Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition, Judith Epstein, unterstrich in ihrer Begrüßung zum 40. Jubiläum die Bedeutung des Anlasses: »Die Kulturtage stehen für Zusammenhalt, für Verantwortung, für das mutige Eintreten gegen Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung. Sie stehen für die Verteidigung von Freiheit und Menschenwürde. Wer jüdisches Leben schützt, verteidigt zugleich die Grundwerte unserer offenen, demokratischen Gesellschaft, die gemäß den Werten Aufrichtigkeit, Toleranz, Mut und Anstand lebt.«
Aus Berlin angereist war die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Julia Klöckner, die ihr Grußwort mit einem Bericht von ihren Besuchen in Israel einleitete. Sie betonte, dass jüdische Kultur auch für »Vielfalt, Zusammenhalt und eine tiefe Verbundenheit mit dem Leben« stehe, und erinnerte daran, dass die jüdischen Kulturtage ein weiteres Zeichen des Vertrauens der jüdischen Gemeinde in die deutsche Heimat ausdrückten. »Dieses Vertrauen ist ein großes Geschenk«, so Klöckner.
Bürgermeister Dominik Krause erinnerte an die Notwendigkeit der Bekämpfung des Antisemitismus und lobte die Kulturtage auch in diesen schwierigen Zeiten als eine Grundlage für die Schaffung von »Räumen für Begegnungen, Austausch und gemeinsames Erleben«, während IKG-Vizepräsident Yehoshua Chmiel auf die Bedeutung des respektvollen Miteinanders hinwies: »Ein gemeinsamer Klang entsteht nicht, wenn alle gleich klingen. Er entsteht, wenn unterschiedliche Stimmen hörbar sind und einander Raum lassen.«