»Einstein«

Ein Äthiopier in München

Glatt koscher: Tewodros Eshetu Habtemanam bei der Arbeit Foto: Marina Maisel

Karl-Heinz Fichtner, Leiter des Restaurant »Einstein«, und Tewodros Eshetu Habtemanam lachen über das ganze Gesicht – und das zu Recht. Die Freude gilt dem Erfolg, an dem beide ihren Anteil haben. Der Mann mit dem eher unbayerisch klingenden Namen, dessen Wurzeln in Äthiopien liegen, dürfte der einzige Koch – zumindest aber einer von ganz wenigen Köchen in Deutschland – sein, der ausschließlich in einer glatt koscheren Küche wie der im »Einstein« ausgebildet wurde. Im Sommer hat er seine Ausbildung abgeschlossen und alle Prüfungen mit Bravour bestanden. Das ganze »Einstein«-Team hatte ihm die Daumen gedrückt.

Für den 49-jährigen Tewodros Eshetu Habtemanam, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in München eine neue Heimat gefunden hat, bedeutet eine abgeschlossene Berufsausbildung auf diesem hohen Niveau etwas ganz Besonderes. »Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben«, sagt Restaurantchef Karl-Heinz Fichtner. »Er passt hervorragend in unser Team.«

Traumkarriere Was das »Einstein« an dem Mann aus dem Nordosten Afrikas hat, wissen der Restaurantchef und seine Mannschaft schon lange. Tewodros Eshetu Habtemanam kam vor zehn Jahren, kurz nach der Eröffnung des Gemeindezentrums, ins »Einstein« – als Spüler. »Er hat sich langsam Stück für Stück nach oben gearbeitet und eine kleine Traumkarriere hingelegt«, beschreibt Karl-Heinz Fichtner den beständigen Weg vom Spüler über den Küchenhelfer bis zum ausgebildeten Koch.

Von seinem früheren Leben trennen Habtemanam Welten. In Äthiopien war er als Elektroingenieur beim Militär tätig und erinnert sich daran, dass er es damals mit Maschinen und Gerätschaften aus russischer Produktion zu tun hatte. Doch das ist längst abgehakt. Sein Interesse gilt schon seit Langem den Töpfen und Pfannen im »Einstein« und welche Gerichte sich darin für die Gäste des Restaurants zaubern lassen. Karl-Heinz Fichtner wird noch konkreter: »Schmorbraten-Gerichte«, das steht für ihn fest, »sind seine besondere Spezialität. Und sehr fein gelingt ihm auch das traditionell-jüdische, einfache Gebäck.« Die hohe Qualität der koscheren Küche sei aber immer garantiert, egal wer hinter dem Herd stehe, sagt Karl-Heinz Fichtner schmunzelnd.

Das hat sich längst herumgesprochen und schlägt sich in einer Empfehlung des Restaurantchefs nieder. »Eine vorherige Reservierung, über unsere Website zum Beispiel, ist immer besser, als Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen«, so Fichtner. Das gilt auch für den Brunch, der an jedem zweiten Sonntag stattfindet und auf hohen Zuspruch stößt.

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