Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG), Charlotte Knobloch, hat vergangene Woche von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold erhalten. Zur Feierstunde an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg kamen unter anderem der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, Münchens Bürgermeister Dominik Krause sowie der Generalkonsul der USA, James Miller. Das Ehrenkreuz in Gold ist eine der höchsten Auszeichnungen der Bundeswehr; Zivilisten erhalten es nur in seltenen Ausnahmefällen.
Pistorius würdigte in seiner Ansprache die IKG-Präsidentin für ihr »herausragendes Engagement, mit dem sie sich seit vielen Jahren für die Bundeswehr einsetzt«. Charlotte Knobloch habe sich auf vielfältige Weise um die Bundeswehr verdient gemacht, sagte er und erinnerte daran, wie die Gemeindechefin in Wort und Tat die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr inspiriert habe, zuletzt bei ihrer Festrede im November 2025 anlässlich des Feierlichen Gelöbnisses am 70. Jahrestag der Gründung der Bundeswehr.
Pistorius würdigte in seiner Ansprache die IKG-Präsidentin für ihr »herausragendes Engagement, mit dem sie sich seit vielen Jahren für die Bundeswehr einsetzt«.
Der Minister unterstrich zudem den regen Austausch, den Knobloch immer wieder mit dem Offiziersnachwuchs an der Neubiberger Universität suche. Ihre berührenden Berichte von der Verfolgung unter den Nationalsozialisten schlügen »eine Brücke in die dunkle Vergangenheit« und führten »die Zerbrechlichkeit unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates vor Augen«. Gerade damit mache Knobloch aber auch deutlich, welche Werte die Bundeswehr heute und in Zukunft verteidige, was sie auch dem Offiziersnachwuchs vermittle.
Das Ehrenkreuz nahm Charlotte Knobloch sichtlich bewegt entgegen. In ihrer Dankesrede blickte die 93-jährige Holocaust-Überlebende auch auf die Geschichte der Bundeswehr und der Demokratie in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurück. Längst stehe die Bundeswehr, die sie wie viele andere Überlebende lange Zeit mit großer Skepsis betrachtet habe, für etwas ein, »das wir als jüdische Menschen zunächst überhaupt nicht mit Deutschland verbunden hatten: Sicherheit«.
Nicht nur, aber auch angesichts der geopolitischen Spannungen der aktuellen Zeit erinnerte Charlotte Knobloch an die Leistung der Soldatinnen und Soldaten, »die große und größte Opfer zu bringen bereit sind, um die Menschen in Deutschland zu schützen und dieses Land so zu bewahren, wie wir es kennen und wie ich es lieben gelernt habe«. Und dieses Land, so die IKG-Präsidentin, »ist es wert, verteidigt zu werden«