Schoa-Gedenken

Weimer: Erinnerung ist Herzschlag unserer demokratischen Identität

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) Foto: picture alliance/dpa

Zum Holocaust-Gedenktag am Dienstag hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) Erinnerung als »Herzschlag unserer demokratischen Identität« bezeichnet. Erinnerung sei mehr als der Blick in die Vergangenheit, erklärte Weimer am Montag in Berlin. »Wenn wir vergessen, wer wir waren und was Deutsche getan haben, verlieren wir den Kompass dafür, wer wir sein wollen.« Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Ressentiments offen zutage träten, dürfe Erinnerung weder verblassen noch zu einem bloßen Ritual erstarren.

Weimer sprach von einer Verantwortung der Politik und Kultur, neue Wege der Vermittlung zu gehen: »Die Bundesregierung und mein Haus werden deshalb nicht nachlassen zu erinnern, zu gedenken, zu mahnen - und, das ist entscheidend, neue Formen des Erinnerns zu wagen.«

Blick auf junge Generation

Die junge Generation habe eine besondere Bedeutung, betonte Weimer. »Es nützt nichts, in elitären Echokammern zu verharren. Wir müssen den Dialog dort führen, wo die Fragen gestellt werden. Junge Menschen sind die Trägerinnen und Träger unserer demokratischen Zukunft.« Wenn Desinformation und Hass auf digitalen Plattformen die Deutungshoheit gewännen, sei dies eine Gefahr für die Demokratie insgesamt.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung überlebender Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Januar 1945 durch die Rote Armee. Dort wurden schätzungsweise etwa 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet. Seit 1996 gedenken die Menschen in Deutschland an diesem Tag der Millionen Opfer des Völkermords. Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag erklärte.

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026