Personalie

Wechsel im Amt des Antisemitismusbeauftragten - Klein geht nach Paris

Lässt Berlin hinter sich: Felix Klein Foto: Chris Hartung

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Wechsel im Amt des Antisemitismusbeauftragten - Klein geht nach Paris

Von der Spree an die Seine: Der erste Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wechselt nach Paris - in neuer Funktion. Wer Felix Klein nachfolgt, ist bisher noch nicht bekannt

von Leticia Witte  12.02.2026 16:03 Uhr

Nach rund acht Jahren im Amt des Beauftragten der Bundesregierung gegen Antisemitismus bekommt Felix Klein eine neue Aufgabe. Das Kabinett habe entschieden, ihm zum Sommer die Leitung der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris zu übertragen, bestätigte Klein am Donnerstag in Berlin. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über einen Wechsel berichtet.

Über seine Nachfolge sei noch nicht entschieden worden, so Klein: »Das Bundeskabinett wird hierüber zu gegebener Zeit befinden.« Mit Blick auf seinen neuen Posten sagte Klein: »Ich freue mich über diese Entscheidung und nehme die neue Aufgabe mit großem Respekt gerne an.«

Klein wurde 1968 in Darmstadt geboren, studierte Rechtswissenschaften und war als Diplomat auf unterschiedlichen Posten tätig. Mit ihm war zum 1. Mai 2018 erstmals ein Beauftragter der Bundesregierung berufen worden, der für die Bekämpfung von Antisemitismus und den Schutz und die Sichtbarmachung von jüdischem Leben zuständig ist.

Amt als Premiere

»Diese Jahre waren ohne Zweifel fordernd. Verantwortung und Aufgabe bleiben groß«, so Klein. »Doch dazu beitragen zu können, den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland wirksamer zu gestalten, insbesondere durch die Schaffung von Strukturen und die Bündelung von Kräften, war mir eine Freude und eine Ehre.« Bis zu seinem Abschied wolle er sich auch weiter mit voller Kraft und persönlichem Einsatz seinem aktuellen Amt widmen.

Zu Kleins Aufgaben gehört es nach offiziellen Angaben, Maßnahmen der Bundesregierung gegen Antisemitismus zu koordinieren. Auch soll er Ansprechpartner für jüdische Gruppen sein sowie zur Sensibilisierung der Gesellschaft für unterschiedliche Formen von Antisemitismus zum Beispiel durch politische und kulturelle Bildung beitragen.

In die Amtszeit von Klein fiel zuletzt auch der starke Anstieg von Antisemitismus in Deutschland nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg. Antisemitismus sei kein Randphänomen mehr, hatte Klein immer wieder betont. Judenhass richte sich insgesamt gegen die Demokratie und die Gesellschaft.

Handeln ausreichend?

Nach dem tödlichen Anschlag auf eine Chanukka-Feier im Dezember im australischen Sydney sagte Klein mit Blick auf die Lage von Jüdinnen und Juden in Deutschland: »Zunächst finde ich es wichtig, dass Politiker sich deutlich zu jüdischem Leben und zu dessen Sicherheit bekennen. Das zeigt die grundsätzliche Haltung der politischen Führung. Allerdings müssen sich Gesellschaft und Politik fragen, ob das, was sie tun, wirklich ausreichend ist.«

Der Beauftragte lobte in seiner Amtszeit unter anderem den neuen Henny-Brenner-Preis für Schulbücher aus, die sich gegen Antisemitismus richten und jüdisches Leben fundiert und vielfältig darstellen. 2024 hatte die orthodoxe Europäische Rabbinerkonferenz Klein für sein Wirken mit dem Moshe-Rosen-Preis ausgezeichnet.

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