Berlin

Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen

Johann Wadephul (CDU) gibt vor seinem Abflug zu den Vereinten Nationen nach New York ein Statement in Schönefeld ab. Foto: picture alliance/dpa

Außenminister Johann Wadephul fordert die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats auf, im Iran-Krieg ihrer Rolle im mächtigsten Gremium der Weltorganisation gerecht zu werden. »Wenn der Sicherheitsrat jetzt Verantwortung übernimmt, stärkt er damit auch die internationale Ordnung«, sagte der CDU-Politiker am BER-Flughafen im brandenburgischen Schönefeld. Von dort aus flog er daraufhin zu einem Besuch bei den Vereinten Nationen in New York ab.

Die UN müssten zur Lösung von Fragen von Frieden und Sicherheit »zum Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Krisendiplomatie werden«, sagte der Minister, bevor er in seinen Dienst-Airbus einstieg. 

Dennoch erlebe man »immer wieder, wie viel zu oft Einzelne mit ihren widerstreitenden Interessen den UN-Sicherheitsrat blockieren«, kritisierte Wadephul. China und Russland verhindern als ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat mit Vetorecht häufig Initiativen zur Konfliktlösung. Die Vereinten Nationen müssten den Mut aufbringen, sich zu erneuern, handlungsfähiger werden und glaubwürdig bleiben, um Konflikte zu lösen, forderte der Minister.

Lesen Sie auch

Deutschland hofft in der Diskussion über eine Teilnahme an einer militärischen Sicherungsmission in der Straße von Hormus auf ein UN-Mandat. Ob China und Russland hier mitmachen, ist unklar. Die vom Iran blockierte Meerenge ist für die globale Versorgung mit Öl und Gas wichtig. Wadephul warnte, ohne Energie und Dünger gerate die Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln in große Gefahr.

Sicherheit der Meere und Atomwaffen 

Direkt nach der Ankunft in New York will Wadephul am Nachmittag (Ortszeit) bei einer Debatte des UN-Sicherheitsrats zum Thema maritime Sicherheit eine Rede halten. Im Anschluss will der Bundesaußenminister den Außenminister von Bahrain, Abdel Latif al-Sajani, treffen. 

Bei den UN in New York findet heute auch eine Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag statt. Wadephul erklärte, die Konferenz gebe die Möglichkeit, neue Wege zu diskutieren, um die Errungenschaften des Vertrags abzusichern und auch nukleare Abrüstung in den Fokus zu nehmen. »Solange aber nukleare Drohgebärden gegen uns und unsere Partner weitergehen, benötigen wir weiterhin eine glaubhafte Abschreckung.« Zentrale Begründung des Angriffs der USA und Israels auf den Iran Ende Februar war, Teheran die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe zu nehmen. 

Wadephul plant in New York unter anderem auch Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres und anderen ranghohen UN-Vertretern und anwesenden Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Weltorganisation gehen. dpa

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Kunstwelt

»100 Euro für einen Picasso«

Der französische Informatiker Ari Hodara über den unerwarteten Gewinn eines Millionen Euro teuren Gemäldes

von Nicole Dreyfus  27.04.2026

Hamburg

Mutmaßlicher Block-Entführer: »Ich bin kein Verbrecher«

Er ist ein weiterer mutmaßlicher Entführer der Block-Kinder, den das Landgericht befragt. Der Israeli berichtet, was seine Aufgabe bei der Rückholaktion war

 27.04.2026

Brüssel

Von der Leyen: Lockerung von Iran-Sanktionen wäre verfrüht

Der Kanzler stellt dem Iran eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht, wenn Teheran eine Reihe von Bedingungen erfüllt. In der EU stößt er damit auf Skepsis

 27.04.2026

Stuttgart

Skandal im Gericht: Anwälte proben Aufstand

Israelfeindliche Aktivisten stehen in Stammheim vor Gericht. Der Auftakt wird zum Eklat. Gericht und Verteidigung geraten beispiellos aneinander

 27.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  27.04.2026 Aktualisiert

Nahost

Iran bietet USA Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus an

Gerade hatte Präsident Trump seine Vermittler zurückgerufen, als Teheran einen Vorschlag unterbreitete. Dieser klammert das iranische Atomprogramm vorerst aus

 27.04.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Merz sieht weiter keine Exit-Strategie im Iran-Krieg

Der Bundeskanzler glaubt nicht an ein schnelles Ende des Krieges. Vor allem vermisst er weiterhin ein Konzept der USA für die Friedensverhandlungen

 27.04.2026