Hamburg/Ankara

Wadephul: Iran muss jetzt endlich vernünftig verhandeln

Außenminister Johann Wadephul (CDU) beim NATO-Gipfel in Ankara Foto: picture alliance/dpa

Trotz der jüngsten US-Angriffe auf den Iran betrachtet Bundesaußenminister Johann Wadephul die Diplomatie um eine Beendigung des Konflikts noch nicht als gescheitert. Der Iran müsse aber jetzt wirklich verstehen, dass es Zeit für ernsthafte Verhandlungen sei, sagte der CDU-Politiker dem Sender NDR Info.

Die iranische Führung habe noch immer nicht verstanden, dass sie darauf verzichten müsse, »eine nukleare Bewaffnung zu haben«, sagte Wadephul. Sie habe nun die Chance, den Krieg mit einem entsprechenden Bekenntnis und vernünftigen Verhandlungen zu beenden.

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Ziele im Iran begonnen. Allerdings hatten die vom Mullah-Regime finanzierten Terrororganisationen Hamas, Hisbollah und Huthi Israel bereits lange zuvor attackiert.

Lesen Sie auch

Seit Anfang April gilt eine ausgehandelte Waffenruhe, die jedoch immer wieder auf eine harte Probe gestellt wird: Als Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär in der vergangenen Nacht nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran bombardiert. Das iranische Militär kündigte Medienberichten zufolge eine Reaktion auf die Angriffe an. Der staatliche Rundfunk meldete eine neue Raketenwelle auf Bahrain.

Die Waffenruhe als Grundlage für tiefergehende Gespräche zwischen den USA und dem Iran hält Wadephul trotzdem nicht für gescheitert. »Nein, ich glaube, es gibt eine Chance, dass wirklich diese Verhandlungen noch stattfinden«, sagte er von Ankara aus zu NDR Info. Dort nimmt Wadephul am NATO-Gipfel teil.

Er betonte, dass man endlich Ruhe in der für den Welthandel so wichtigen Straße von Hormus brauche. »Sie muss frei sein, sie muss zugänglich sein für den internationalen Schiffsverkehr.« Der Iran verhindere dies überwiegend, was ein Verstoß gegen das Seevölkerrecht sei. dpa/ja

Tel Aviv/Neapel

Israelische Touristin storniert Hotel in Italien nach BDS-Nachricht

Das Hotel Decumani Hotel De Charme verschickt E-Mails, in der es heißt, es unterstütze die Kampagne ›No Room for Genocide‹ der antisemitischen BDS-Kampagne

 08.07.2026

Krieg

Trump kündigt weitere Angriffe auf Iran an

In der Nacht zum Mittwoch hat das US-Militär Ziele im Iran bombardiert. Nach Aussage von US-Präsident Trump könnten weitere Angriffe folgen

 08.07.2026

Einspruch

Die Hitze spüren

Mascha Malburg empfindet die jüngsten Temperaturrekorde als Mahnung, die Schöpfung zu bewahren

von Mascha Malburg  08.07.2026

Meinung

Das Wiener Lueger-Denkmal muss weg!

Die Performance des jüdischen Künstlers Alon Ishay hat eine neue Debatte über den Umgang der österreichischen Hauptstadt mit ihrer antisemitischen Geschichte angestoßen

von Tobias Kühn  08.07.2026

Nahost

Bericht: Neue Angriffe im Süden des Libanon

Laut libanesischen Medien flog Israels Luftwaffe erneut Angriffe auf Ziele im Süden des Landes. Nach einem Schusswechsel dort meldet die israelische Armee den Tod eines Hisbollah-Terroristen

 08.07.2026

Fußball-Weltmeisterschaft

Die Wut der Pharaonen

Ägypten sucht nach der knappen Niederlage gegen Titelverteidiger Argentinien nach Schuldigen - und Trainer Hossam Hassan spuckt beim Anblick einer Israel-Flagge aus

von Michael Thaidigsmann  08.07.2026

Ankara

Trump: Waffenruhe ist aus meiner Sicht beendet

Die jüngste Eskalation führt offenbar zum Bruch der Vereinbarung

 08.07.2026 Aktualisiert

Tirana

Albaniens »Flamingo-Revolution« erweist sich als beharrlich

Tausende protestieren gegen Jared Kushners Luxus-Resorts im Naturschutzgebiet – und setzen Regierungschef Edi Rama unter Druck. Bahnt sich im kleinen Balkanland ein Umbruch an?

von Gregor Mayer  08.07.2026

Ankara

Trump stellt Türkei F-35-Lieferung und Ende der Sanktionen in Aussicht

Die Türkei sei »in vielerlei Hinsicht wesentlich loyaler gewesen als andere Länder, von denen wir Loyalität erwartet hätten«, sagt der amerikanische Präsident

 08.07.2026