Tel Aviv/Neapel

Israelische Touristin storniert Hotel in Italien nach BDS-Nachricht

Neapel Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Eine Israelin hat ihre Hotelbuchung in Italien storniert, nachdem sie vom Hotel eine automatische Bestätigungs-E-Mail erhalten hatte, in der auf die antisemitische BDS-Kampagne »No Room for Genocide« hingewiesen wurde. Nach eigenen Angaben fühlte sie sich durch die Botschaft bedroht und entschied sich gegen die Reise.

Gegenüber dem israelischen Sender N12 schilderte die Touristin, die nur als R. bezeichnet wurde, ihre Reaktion: »Ich habe geschrieben, dass ich mich dort nicht sicher fühle.« Die Nachricht habe ihre Vorfreude auf den Urlaub deutlich getrübt. »Es hat mir ein wenig die Lust aufs Reisen genommen, aber ich komme darüber hinweg. Es ist trotzdem ein sehr unangenehmes Gefühl.«

In der E-Mail des Hotels Decumani Hotel De Charme hieß es: »Diese Unterkunft unterstützt die Kampagne ›No Room for Genocide‹ und respektiert Freiheit und Menschenrechte von Gemeinschaften, die unter rassistischer, ethnischer, sozialer oder anderer Diskriminierung und Gewalt leiden. Wir heißen Palästinenser, Flüchtlinge und alle Menschen willkommen, die sich friedlich gegen Unterdrückung einsetzen und für ihre international anerkannten Rechte kämpfen.«

Nach Angaben der Organisatoren stammt der Text der E-Mail aus einem Kampagnen-Leitfaden für Hotels und andere Unterkünfte, die sich der Aktion angeschlossen haben. Darin wird empfohlen, entsprechende Erklärungen in automatische Buchungsbestätigungen aufzunehmen. Ziel ist es demnach, die politische Haltung des Betriebs deutlich zu machen, Gäste unterschiedlicher Herkunft willkommen zu heißen und angebliche Kriegsverbrecher abzuschrecken.

Hamas missbraucht Zivilisten als Schutzschilde

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte wiederholt, die israelische Armee gehe gegen die Hamas vor, nicht gegen die Zivilbevölkerung.Die Streitkräfte (IDF) haben im Verlauf des Krieges humanitäre Zonen und Fluchtrouten eingerichtet und Bewohner vor bevorstehenden Luftangriffen gewarnt.  

Die Hamas missbraucht palästinensische Zivilisten im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde. Die Terroristen verstecken Waffen und Raketen in zivilen Einrichtungen und beschießen israelische Soldaten unter anderem aus Krankenhäusern und Schulen.  

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Vorfall in London

Der Leitfaden empfiehlt darüber hinaus, von Gästen unter bestimmten Umständen zusätzliche Hintergrundinformationen einzuholen. So solle unter anderem geklärt werden, ob Reisende Staatsbürger eines Landes seien, dem vor internationalen Gerichten schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen würden, oder ob sie während des betreffenden Zeitraums in dessen Streitkräften gedient hätten. Ob das italienische Hotel solche Informationen von der israelischen Touristin verlangte, blieb offen.

Erst vor wenigen Wochen hatte ein weiterer Vorfall für Aufmerksamkeit gesorgt. In einem Hotel der Kette Travelodge in London berichtete ein als Jude erkennbarer Gast, auf dem Fernseher seines Zimmers sei beim Betreten die Botschaft »Free Palestine« angezeigt worden. Ein weiterer jüdischer Gast, der im selben Hotel eincheckte, erklärte später, auch auf seinem Fernseher sei dieselbe Botschaft erschienen. ja

Kommentar

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