Sydney

Youtube will antisemitisches Video über Bondi-Beach-Überlebenden nicht löschen

Einer der Schützen, die den Anschlag von Bondi Beach verübten, am 14. Dezember 2025 Foto: picture alliance / ipa-agency

Der Youtube-Mutterkonzern Google hat vor einer australischen Untersuchungskommission seine Entscheidung verteidigt, ein umstrittenes Video auf Youtube online zu belassen, das einen Überlebenden des antisemitischen Terroranschlags von Bondi Beach fälschlich als »Krisendarsteller« bezeichnet. Das Video verbreitet Verschwörungserzählungen und behauptet unter anderem, die Verletzungen des Betroffenen seien mit Make-up inszeniert worden.

Die Aussage erfolgte laut einem Bericht der »Times of Israel« im Rahmen einer staatlichen Untersuchung zur Zunahme des Antisemitismus in Australien. Dabei wird auch der Terroranschlag auf eine Chanukka-Veranstaltung am Bondi Beach in Sydney untersucht, bei dem im Dezember 2025 15 Menschen ermordet wurden.

Im Mittelpunkt steht Arsen Ostrovsky, der den Anschlag verletzt überlebte. Kurz nach der Tat war in den sozialen Medien ein Foto verbreitet worden, das ihn mit einer blutenden Kopfverletzung zeigte. Anschließend wurde er Ziel einer Welle von Hass, Verleumdungen und Verschwörungstheorien im Internet.

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Überprüfte Maßstäbe

Google-Australien-Managerin Rachel Lord erklärte dem Bericht nach vor der Kommission, die Entscheidung, das Video nicht zu entfernen, sei auf »ziemlich hoher Ebene« innerhalb des Unternehmens überprüft worden. »Wir haben viel Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken, wo wir die Grenze ziehen, und wir überprüfen unsere Maßstäbe fortlaufend«, sagte sie.

Nach Angaben der Untersuchung zeigt das Video vier Männer, die Ostrovskys Verletzung als »sehr nach Krisendarsteller« aussehend bezeichnen und von »Make-up« sprechen. Außerdem wird er als »Geheimdienstmitarbeiter« dargestellt, dem ein Theaterstudium zugeschrieben wird. Darüber hinaus bezeichnet das Video Ostrovsky als Zionisten und behauptet ohne Belege, das Massaker sei eine »False-Flag-Operation« gewesen, also eine Inszenierung.

Der leitende Jurist der Untersuchungskommission, Richard Lancaster, verzichtete darauf, das Video öffentlich abzuspielen, und zitierte stattdessen aus dem Transkript. Er erklärte, der Umstand, dass das Video weiterhin auf Youtube verfügbar sei, offenbare einen »wirklich schwerwiegenden Mangel« in den Richtlinien der Plattform gegen Hassrede. Lord entgegnete lediglich, sie nehme dieses »Feedback« zur Kenntnis.

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Hochwertige Informationen

Youtube hatte der australischen Behörde für Online-Sicherheit nach dem Anschlag mitgeteilt, das Unternehmen konzentriere sich darauf, Nutzern in Australien und weltweit Zugang zu hochwertigen Informationen über die tragischen Ereignisse zu ermöglichen.

Ostrovsky hatte bereits im vergangenen Monat vor der Kommission ausgesagt, seit dem Anschlag anhaltend Ziel von Hasskampagnen, Beschimpfungen und KI-generierten Fälschungen zu sein. Im Verlauf der Anhörung wurde unter anderem ein mit Künstlicher Intelligenz erzeugtes Bild gezeigt, das ihn scheinbar lachend zeigt, während jemand ihm künstliches Blut auf den Kopf aufträgt. im

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