Jerusalem/Ankara

Hegseth reist nach Israel

US-Verteidfigungsminister Pete Hegseth bei der Willkommenszeremonie zum NATO-Gipfel am Dienstag in Ankara Foto: picture alliance / Anadolu

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wird heute zu seinem ersten offiziellen Besuch in Israel seit seinem Amtsantritt erwartet. Das berichten mehrere US-Medien. Der Besuch erfolgt in einer Phase neuer Spannungen im Nahen Osten, nachdem das US-Militär in der Nacht Ziele im Iran angegriffen hatte. Washington bezeichnete die Operation als Reaktion auf iranische Angriffe gegen drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus.

Nach Informationen des Senders CNN sind Gespräche mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz geplant. Im Mittelpunkt dürfte die weitere sicherheitspolitische Abstimmung zwischen beiden Verbündeten stehen. Zudem soll Washington nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen versuchen, israelische Bedenken wegen eines möglichen Verkaufs von F-35-Kampfjets an die Türkei auszuräumen. Hegseth hält sich derzeit im Rahmen des NATO-Gipfels gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump in der Türkei auf.

Der Besuch fällt mit einer deutlichen Verschärfung der Lage am Persischen Golf zusammen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, amerikanische Streitkräfte hätten eine Reihe von Angriffen gegen iranische Militärziele gestartet. Ziel sei es gewesen, dem Iran »einen hohen Preis« für die Angriffe auf zivile Handelsschiffe in einer internationalen Wasserstraße aufzuerlegen.

»Nachgewiesene Aggression«

In der Erklärung des US-Militärs heißt es weiter: »Die US-Angriffe erfolgen als Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe, die die Straße von Hormus durchquerten. Die nachgewiesene Aggression des Iran war unbegründet, gefährlich und ein klarer Verstoß gegen die Waffenruhe.«

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Nach Berichten amerikanischer Medien richteten sich die Angriffe gegen militärische Einrichtungen in der Nähe der Meerenge, darunter Luftabwehrsysteme, Küstenüberwachungsanlagen, Raketenstellungen und Hafeninfrastruktur. Auslöser der US-Operation sollen Angriffe auf drei Handelsschiffe gewesen sein, darunter auch ein Flüssiggas-Tanker aus Katar.

Bereits vor den Militärschlägen hatte die US-Regierung eine Ausnahmeregelung für den Verkauf iranischen Öls aufgehoben und damit die Sanktionen gegen Teheran erneut verschärft. US-Regierungsvertreter bezeichneten die iranischen Aktionen gegen die Schifffahrt als »völlig inakzeptabel« und kündigten Konsequenzen an.

Vorwürfe zurückgewiesen

Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Das Außenministerium in Teheran erklärte, die Vereinigten Staaten hätten mit ihrem Vorgehen gegen die zwischen beiden Ländern geschlossene Vereinbarung verstoßen. Zugleich kündigte die Regierung an, »alle Maßnahmen zu ergreifen, die sie zum Schutz ihrer nationalen Interessen und ihrer nationalen Sicherheit für notwendig hält.«

Kurz nach Beginn der US-Angriffe meldeten iranische Staatsmedien mehrere Explosionen im Süden des Landes. Berichtet wurde unter anderem von Detonationen in Sirik, auf der Insel Qeschm sowie in Bandar Abbas. Über mögliche Opfer oder das Ausmaß der Schäden lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.

Einen möglichen Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei lehnt die Jerusalemer Regierung ab. Laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würde ein solcher Schritt das Gleichgewicht im Nahen Osten verändern. im

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