Italien

Juden bei Weltkriegsgedenken antisemitisch beleidigt und ausgeschlossen

Mitglieder der Gruppe »Jüdische Brigade« beim italienischen Befreiungstag Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Bei den Feiern zum Tag der Befreiung Italiens am 25. April ist es in Mailand wurde eine Gruppe jüdischer Teilnehmer antisemitisch beleidigt und schließlich auf Anweisung der Polizei von der Zeremonie ausgeschlossen. Die Beamten wollten damit nach eigenen Angaben die Sicherheit der jüdischen Demonstranten gewährleisten.

Nach Berichten italienischer Medien wie »Il Giornale« bestand der Demonstrationszug auch aus einem Block jüdischer Organisationen, darunter der »Jüdischen Brigade«, die im Zweiten Weltkrieg in Italien gegen die Wehrmacht gekämpft hatte. Doch der Block wurde von Gegendemonstranten aufgehalten

Nach Angaben mehrerer Teilnehmer kam es dabei zu Beleidigungen. Der frühere italienische Parlamentarier Emanuele Fiano erklärte, man sei aus dem Zug gedrängt worden. Ein Passant habe gerufen: »Seid froh, dass ihr keine Seifenstücke seid.« Die Äußerung wird als Bezug auf die Ermordung von Juden während der Schoa verstanden. Die Polizei eskortierte die Gruppe schließlich aus dem Demonstrationszug. »Wir wurden herausgeschmissen, ich kann es nicht anders sagen«, sagte Emanuele Fiano.

Hamas und Hisbollah

Die jüdische Dachorganisation Federazione Italiana per l’Ebraismo Progressivo zeigte sich tief besorgt. In einer Erklärung hieß es, jüdische Gruppen seien nach Beleidigungen, Pfiffen und versuchten Angriffen zum Verlassen des Marsches gezwungen worden. Verbandspräsident Carlo Riva sagte: »Als Italiener, Sohn eines Partisanen und Jude war es eine traumatische Erfahrung.«

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Laut Bericht wurden in anderen Teilen des Demonstrationszuges Fahnen der Hamas und der Hisbollah gezeigt. Zudem seien palästinensische Fahnen, politische Transparente und Solidaritätsplakate für inhaftierte Aktivisten zu sehen gewesen. Auch gegen Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni richteten sich Parolen und Schilder.

Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala verurteilte die Vorfälle. Die Aussagen gegen die Jüdische Brigade seien »klar abzulehnen« und »Ausdruck eines aufgeheizten Klimas«.

Politiker aus Regierung und Opposition solidarisierten sich mit den Betroffenen. Mehrere Stimmen warnten davor, dass die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung Italiens vom Nationalsozialismus zunehmend von radikalen Gruppen vereinnahmt werde. im

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