Venedig

Jury der Biennale schließt Israel und Russland von Preisvergabe aus

Solange Farkas ist die Vorsitzende der Biennale-Jury. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Bei der Kunstbiennale in Venedig werden die Pavillons Israels und Russlands nach Angaben der internationalen Jury nicht für die wichtigsten Auszeichnungen berücksichtigt. Die fünf Jurorinnen erklärten, sie wollten Staaten nicht in die Preisentscheidung einbeziehen, deren Regierungschefs derzeit vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt seien. Italienische und israelische Publikationen berichteten.

Damit bleiben beide Länder zwar offiziell Teil der Ausstellung, ihre Chancen auf einen Goldenen Löwen oder andere zentrale Ehrungen sinken jedoch faktisch auf null. Eine formelle Ausladung wurde nicht ausgesprochen.

In ihrer Erklärung betonte die Jury, sie sehe sich auch in der Verantwortung gegenüber der historischen Rolle der Biennale als Ort, an dem Kunst mit den drängenden Fragen ihrer Zeit verbunden werde. Weiter hieß es, man wolle sich zur Verteidigung der Menschenrechte bekennen. Deshalb werde man jene Länder nicht berücksichtigen, deren Führungen mit entsprechenden Vorwürfen konfrontiert seien.

Garantierte Freiheit

Den Vorsitz des Gremiums hat die brasilianische Kuratorin Solange Farkas. Weitere Mitglieder sind Elvira Dyangani Ose, Zoe Butt, Marta Kuzma und Giovanna Zapperi. Das Gremium entscheidet über die bedeutendsten Preise der Ausstellung.

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Die Biennale selbst distanzierte sich nicht ausdrücklich von dem Schritt. Nach Angaben der Organisatoren arbeite die Jury unabhängig und autonom. Die Entscheidung sei ein natürlicher Ausdruck jener Freiheit, die die Biennale garantiere.

Besonders umstritten ist in diesem Jahr die Rückkehr Russlands. Das Land nimmt erstmals seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine wieder teil. Die Europäische Union reagierte darauf mit der Ankündigung, eine Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro auszusetzen. Den Veranstaltern wurde eine Frist gesetzt, dazu Stellung zu nehmen.

Mai bis November

Auch der israelische Beitrag steht unter besonderer Beobachtung. Der bisherige Pavillon in den Giardini wird renoviert, weshalb die diesjährige Ausstellung im Arsenale gezeigt werden soll. Bereits 2024 hatte die israelische Künstlerin Ruth Patir den Pavillon zunächst geschlossen gehalten und eine Freilassung der Hamas-Geiseln sowie eine Waffenruhe im Gazastreifen gefordert.

Am 7. Oktober 2023 waren Terroristen der Hamas und des Islamischen Dschihad in den Süden Israels eingedrungen und hatten etwa 1200 Menschen ermordet, 251 wurden in den Gazastreifen verschleppt.   

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu begründete den Krieg mit den Zielen, die Hamas zu zerschlagen und die Geiseln zu befreien. Die Terroristen hatten bei ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1200 Menschen ermordet und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.  

Laut Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden in Gaza seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023 mehr als 70.000 Menschen getötet. Diese Zahl lässt sich nicht unabhängig überprüfen und unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und Hamas-Kämpfern. Israels Armee hat nach eigenen Angaben etwa XY Terroristen getötet und etwa weitere 1600 Terroristen am 7. Oktober 2023.  

Die diesjährige Kunstbiennale beginnt am 9. Mai und läuft bis zum 22. November. ja

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