In Augsburg soll eine neue Aktionsgemeinschaft gegen Antisemitismus am Theater entstehen. Für den 28. und 29. Juni ist in der schwäbischen Großstadt das Gründungstreffen der »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« geplant. Das teilte das Staatstheater Augsburg am Donnerstag mit.
Neben dem Staatstheater sind demnach das Junge Theater Augsburg, die Landungsbrücken Frankfurt und das Theaterkollektiv KGI (Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten) aus Mülheim an der Ruhr sowie das Institut für Neue Soziale Plastik aus Berlin beteiligt. Laut der Mitteilung wollen die Häuser und Gruppen ein Arbeitsnetzwerk knüpfen, um Antisemitismus in den darstellenden Künsten entgegenzuwirken.
Beim Gründungstreffen stünden Vernetzungs- und Austauschformate für Theaterleute aus freien Gruppen, Stadt- und Staatstheatern sowie Verbänden im Mittelpunkt, hieß es weiter. Hinzu kämen themenbezogene Workshops. So würden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand von Fallbeispielen aus den Künsten dazu befähigt, kulturell tradierte antisemitische Muster zu erkennen, um antisemitismusbezogenen Konflikten professionell und effektiv begegnen zu können.
Aufführungen zu jüdischen Themen geplant
Außerdem seien für ein breites Publikum interessante Aufführungen aktueller Inszenierungen geplant, die sich mit jüdischer Geschichte und Gegenwart beschäftigten, so die Organisatoren.
Stella Leder aus dem Vorstand des Instituts für Neue Soziale Plastik sagte: »Antisemitismus, ob tradiert oder in zeitgenössischem Gewand, macht auch vor der Theaterwelt nicht halt. Umso ermutigender ist es, dass wir mit unseren Kooperationspartnern ein antisemitismuskritisches Netzwerk für die darstellenden Künste gründen.« Auf Bühnen werde immer auch ein Weltverständnis verhandelt, das prägend sei. »Mit der Initiative Antisemitismuskritik & Theater wollen wir einen wirksamen Impuls gegen den Hass setzen.«