Berlin

Wadephul: Gewissheit beim Iran-Abkommen erst am Freitag

Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Morgen in Luxemburg Foto: picture alliance / AA/photothek.de

Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran »eine Chance für die gesamte Region«, warnt aber vor voreiliger Euphorie. Die vorläufige Verständigung sei eine gute Nachricht – Gewissheit über die Substanz der Einigung werde man aber erst am Freitag haben, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg. 

»Ich kann alle Seiten nur aufrufen, diese Chance nicht verstreichen zu lassen«, sagte Wadephul. Das gelte auch für den Libanon. »Der Iran muss jetzt auf die Hisbollah so einwirken, dass auch sichergestellt ist, dass es keine weiteren Attacken auf Israel gibt.« Gleichzeitig gebe es für Israel keinen Anlass, Angriffe im Libanon auszuüben.

Es müsse klar sein, dass die Straße von Hormus für die Schifffahrt wieder frei befahrbar werde, »und zwar ohne jede Einschränkung und auch ohne jede Möglichkeit, Zölle oder Ähnliches an Abgaben zu erheben«, sagte Wadephul. Auch müsse durch die Verhandlungen in den nächsten 60 Tagen gewährleistet werden, dass von dem Iran keine weitere Gefahr ausgehe. Die Europäer stünden bereit, eine Rolle zu spielen, wenn es darum gehe, die Beschiffbarkeit der Straße von Hormus wiederherzustellen.

Lesen Sie auch

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Rande des Treffens mit den Außenministern, die von allen begrüßte Vereinbarung stelle die erste Phase dar, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen und Verhandlungen über zentrale Themen wie die Nuklearfrage voranzubringen. Man werde nun darüber sprechen, wie die Europäer sich einbringen könnten.

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten die USA und der Iran zuvor eine vorläufige Übereinkunft für einen Ausweg aus dem Iran-Krieg verkündet. Unterzeichnet werden soll das Dokument demnach am Freitag in der Schweiz. Es sieht nach Angaben von Vermittler Pakistan die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten vor, auch im Libanon. Auch die Straße von Hormus soll wieder vollständig geöffnet werden. dpa

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime seine Exekutionskampagne vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026

Berlin

Früherer Verfassungsrichter gegen AfD-Verbotsverfahren

Die AfD könnte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt womöglich eine absolute Mehrheit erreichen. Hans-Jürgen Papier ist aber gegen ein Verbotsverfahren

 30.07.2026