Nairobi

Wadephul betont zu Trumps »Friedensrat« Bedeutung der UN

Musalia Mudavadi, Außenminister und Premierminister der Republik Kenia, mit Johann Wadephul (CDU) am Mittwoch in Nairobi Foto: picture alliance/dpa

Außenminister Johann Wadephul hat angesichts der Pläne von US-Präsident Donald Trump für einen globalen »Friedensrat« die Bedeutung der Vereinten Nationen (UN) als Konfliktlösungsinstrument hervorgehoben. »Wir haben einen Friedensrat und das sind die Vereinten Nationen«, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen und Premierminister Musalia Mudavadi in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Zugleich räumte er ein, die UN müssten reformiert und effektiver gemacht werden - ähnlich, wie dies Trump mehrfach gefordert hat.

Zu den Trump-Plänen zu einer Art globalem »Friedensrat« sagte Wadephul, Kanzler Friedrich Merz (CDU) werde bei seinem Treffen mit Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos hoffentlich Gelegenheit haben, »die Fragen, die wir zu seinem weiteren Vorschlag haben, noch zu vertiefen«. Er ergänzte: »Die sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht beantwortet. Aber in einem guten Dialog miteinander werden wir das besprechen.«

Mudavadi hob ebenfalls die Bedeutung der UN zur Konfliktlösung hervor. Kenia sei nicht in den »Friedensrat« von Trump eingeladen worden. »Aus kenianischer Sicht ist es wichtig, Institutionen wie die Vereinten Nationen zu stärken, da die gesamte globale Friedensarchitektur auf dem UN-Rahmenwerk basiert«, sagte er. »Wir sind überzeugt, dass Multilateralismus der richtige Weg ist.« Eine Reform der UN sei sinnvoller als die Schaffung paralleler Prozesse, um ein koordiniertes Vorgehen zu gewährleisten.

Lesen Sie auch

Wadephul betonte, Deutschland kandidiere nicht nur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, sondern »zeigt tagtäglich in seiner praktischen Handlungsweise, dass das UN-System unser Friedenssicherungssystem ist, das unsere volle Unterstützung verdient«. 

»Friedensrat« in der Kritik

Kritiker werfen Trump vor, mit seinem internationalen »Friedensrat« eine auf ihn selbst zugeschnittene Alternative zur UN aufbauen zu wollen, die sich um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Der US-Präsident plant nach Angaben des Weißen Hauses in Davos eine Ankündigung zu seinen Plänen. Medienberichten zufolge will er dann die sogenannte »Charta« zu dem Rat unterzeichnen, also die Satzung. Das internationale Echo auf den Vorstoß - vor allem aus Europa - ist eher verhalten.

Bei den Vereinten Nationen wird Israel seit Jahren diskriminiert. Mit ihrem Veto im Sicherheitsrat verhindern die USA immer wieder entsprechende Beschlüsse im höchsten Gremium der Weltorganisation. Die UN-Vollversammlung verabschiedete von 2015 bis Ende 2025 insgesamt 188 Resolutionen gegen Israel und nur 91, die sich mit anderen Staaten beschäftigten. Beim sogenannten UN-Menschenrechtsrat waren es seit dem jahr 2006 genau 112 Resolutionen gegen Israel und 76 gegen andere Staaten. dpa/ja

Iran

Ist Modschtaba Chamenei noch am Leben?

Äußerungen aus dem Umfeld der Regierung von Präsident Masoud Peseschkian lassen aufhorchen

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026

Bayern

Erneut Ermittlungen gegen Aiwangers Ex-Lehrer

Vor drei Jahren rüttelte die Flugblattaffäre um Hubert Aiwanger die bayerische Landespolitik heftig durcheinander. Viele haben das schon wieder vergessen. Nicht so die Staatsanwaltschaft Regensburg

 10.08.2026

Meinung

Renten: Her mit der aufrichtigen Debatte!

Eine Reform, die lediglich das Bestehende in noch teurer absichert, löst das Problem nicht

von Günter Jek  10.08.2026

Magdeburg

Sachsen-Anhalt: AfD und BSW legen zu

Die Rechtsaußenpartei baut ihren Vorsprung in Sachsen-Anhalt einer neuen Umfrage zufolge weiter aus. Die Wagenknecht-Partei wiederum könnte zum entscheidenden Machtfaktor werden

 10.08.2026

Berlin

Ron Prosor unterstützt deutsche Olympia-Bewerbung

»Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland wären ein starkes Zeichen. Nicht trotz seiner Geschichte, sondern gerade wegen seiner Geschichte«, sagt der israelische Botschafter

 10.08.2026

Interview

»Aufklärung im Hier und Jetzt«

Marina Müller über antisemitismuskritische Bildungsarbeit, die Rolle von Lehrern und das neue Projekt von »Zeugen der Zeitzeugen«

von Leon Stork  10.08.2026

Berlin

Bund gibt mehr Geld für Gedenkstätten

Die deutschen Gedenkstätten erhalten von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mehr Fördermittel - für Projekte, aber auch für den Schutz der Orte und Mitarbeiter.

 10.08.2026

Washington D.C.

Trump ernennt jüdischen Juristen zum neuen Rechtsberater des Weißen Hauses

»Will ist hart, stark und klug! Er liebt auch unser Land und respektiert das Gesetz«, sagt der amerikanische Präsident

 10.08.2026