Berlin

Gericht stoppt geplante Abschiebung israelfeindlicher Aktivistin aus Irland

Das Verwaltungsgericht in Berlin-Moabit Foto: picture alliance / Schoening

Das Berliner Verwaltungsgericht hat einer irischen Aktivistin Recht gegeben, der nach israelfeindlichen Protesten das Freizügigkeitsrecht in Deutschland entzogen werden sollte. Damit erlitt das Berliner Landesamt für Einwanderung (LEA) erneut eine Niederlage vor Gericht. Darüber berichtet der »Tagesspiegel«.

Die Frau war im Zusammenhang mit einer Aktion an der Freien Universität Berlin im Oktober 2024 festgenommen worden. Damals drangen rund 20 Aktivisten in das Präsidium der Hochschule ein, beschädigten Büros und technische Geräte und verletzten mindestens einen Mitarbeiter. Neben der Irin wurden damals auch ein weiterer irischer Staatsbürger, eine Polin und ein Student aus den USA festgesetzt.

Die Berliner Innenverwaltung unter Leitung von Iris Spranger (SPD) hatte daraufhin versucht, die vier Beteiligten direkt auszuweisen. Zur Begründung hieß es, von ihnen gehe eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit Deutschlands aus.

Parolen und Widerstand

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Verwaltungsgericht in Eilverfahren zugunsten der Betroffenen entschieden und die Abschiebungen zunächst gestoppt. Nun fiel auch im Hauptverfahren im Fall der Irin eine Entscheidung gegen das Land Berlin.

Lesen Sie auch

Nach Angaben des Gerichts konnten der Frau strafbare Handlungen im Zusammenhang mit der Besetzung der Universität nicht ausreichend nachgewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft habe eine Beteiligung »nicht mit hinreichender Sicherheit feststellen können«. Zudem seien sämtliche Ermittlungsverfahren gegen die Aktivistin eingestellt worden. Dabei ging es laut »Tagesspiegel« auch um Vorwürfe wie das Verwenden israelfeindlicher Parolen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass von der Frau keine ausreichend schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgehe, die einen Entzug des Freizügigkeitsrechts als EU-Bürgerin rechtfertigen würde.

Allerdings ist das Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen. Das Land Berlin kann beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Zulassung einer Berufung beantragen. im

London

Britische Grüne hegen in internen Chats Gewaltfantasien gegen »Zionisten«

In der Chat-Konversation finden sich zudem Äußerungen, die sich pauschal gegen britische Juden richten. Eine Organisation, die sich gegen Judenhass einsetzt, prüft rechtliche Schritte

 19.08.2026

Nahost

Iran droht bei neuem Krieg mit Angriffen auf US-Ziele in Europa

Das Mullah-Regime könnte Angriffe auf US-Militärstützpunkte und andere amerikanische Einrichtungen sowie die kritische Infrastruktur befehlen

 19.08.2026

Washington D.C.

USA sanktionieren Präsidentin des Strafgerichtshofs

Die US-Regierung erhöht mit Sanktionen den Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof - diesmal auch gegen die Präsidentin

 19.08.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon prüft nach Iran-Krieg kleinere US-Militärpräsenz am Golf

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ein Teil der bislang am Golf stationierten Soldaten abgezogen und weiter westlich positioniert werden könnte

 19.08.2026

Meinung

Im Zweifel für das Narrativ?

Die »tageszeitung« (taz) veröffentlichte einen Beitrag eines Deutsch-Palästinensers, der nicht nur unrichtige Aussagen enthält, sondern eine sehr fragwürdige Erzählung propagiert

von Michael Thaidigsmann  18.08.2026

Teheran

Iran: Öffnung der Straße von Hormus hängt von USA ab

Der Iran knüpft die Öffnung der Straße von Hormus an Bedingungen im Abkommen mit den USA. Ein Professor sagt, US-Präsident Donald Trump könne sich nicht still zurückziehen

 18.08.2026

Debatte

Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Itamar Ben-Gvir

Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Tötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen - auch beim jüdischen Dachverband in Deutschland

 18.08.2026 Aktualisiert

Wiesbaden

Hessen verbietet Verein Palästina e.V.

Sechs Objekte durchsucht, 35 Polizisten im Einsatz: Mit diesem Vereinsverbot geht Hessens Innenministerium gegen antisemitische Propaganda vor

 18.08.2026

Berlin

Der Senat fördert seit Jahren Islamismus-nahes Seelsorge-Projekt

Am Projekt »Muslimisches Seelsorge Telefon« ist mit »Islamic Relief« eine Organisation beteiligt, bei der das Bundesamt für Verfassungsschutz personelle Verflechtungen zur Muslimbruderschaft sieht

von Ralf Fischer  18.08.2026