Die Aussetzung der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Militärinitiative zur Absicherung von Schiffen in der Straße von Hormus erfolgte aufgrund von Spannungen mit Riad. Dies geht aus Berichten von NBC und anderen amerikanischen Medien hervor. Nach Angaben mehrerer US-Beamter verweigerte Saudi-Arabien den amerikanischen Streitkräften zeitweise die Nutzung wichtiger Militärbasen und des saudischen Luftraums.
Trump hatte die Aktion mit dem Namen »Project Freedom« erst am Sonntag öffentlich vorgestellt. Ziel war es, Handelsschiffe durch die strategisch wichtige Meerenge zu eskortieren und Irans Blockadeversuche zu durchbrechen. Den Berichten zufolge reagierte die saudische Führung verärgert darauf, dass sie von dem Vorhaben überrascht worden sei. Riyad habe Washington daraufhin mitgeteilt, dass US-Flugzeuge weder von der Prince-Sultan-Luftwaffenbasis starten noch den saudischen Luftraum für die Operation nutzen dürften.
Ein Telefonat zwischen Trump und Kronprinz Mohammed bin Salman habe die Differenzen zunächst nicht lösen können. Nach Darstellung amerikanischer Regierungsvertreter sah sich Trump deshalb gezwungen, die Mission vorläufig auszusetzen, um den Zugang zum Luftraum der Region nicht zu gefährden.
Im Voraus informiert
Auch andere Golfstaaten sollen von der Ankündigung überrumpelt worden sein. Gespräche mit Katar führte Trump offenbar erst, nachdem die Operation bereits angelaufen war. Das Weiße Haus weist die Darstellung, die Partner seien nicht informiert worden, allerdings zurück. Ein Regierungsvertreter erklärte, regionale Verbündete seien »im Voraus benachrichtigt« worden.
Noch am Dienstag hatten führende Vertreter des Pentagon die Mission öffentlich verteidigt. Nach Angaben des US-Militärs hatten bereits zwei unter amerikanischer Flagge fahrende Schiffe die Straße von Hormus unter Schutz von »Project Freedom« passiert. Weitere Schiffe seien vorbereitet worden, bevor Trump die Aktion nach rund 36 Stunden stoppte.
In einem Beitrag in seinem sozialen Netzwerk hatte Trump erklärt, die Operation werde »für kurze Zeit pausiert«, um abzuwarten, ob ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Konflikts mit Iran »finalisiert und unterzeichnet« werden könne.
Gespräche und Drohung
Die USA sind militärisch weiterhin massiv in der Golfregion präsent. Nach Angaben amerikanischer Beamter befinden sich derzeit zwei Flugzeugträgerkampfgruppen im Einsatzgebiet. Zusätzlich wurden Luftabwehrsysteme, Tankflugzeuge und logistisches Material verlegt.
Parallel laufen diplomatische Bemühungen weiter. Irans Außenministerium bestätigte, dass Teheran einen neuen amerikanischen Vorschlag prüfe. Pakistan vermittelt dabei zwischen beiden Seiten. Trump erklärte am Mittwoch im Weißen Haus: »Sie wollen einen Deal.« In den vergangenen 24 Stunden habe es »sehr gute Gespräche« gegeben.
Zugleich verschärfte Trump seinen Ton gegenüber Teheran erneut. In einem Interview mit PBS sagte er mit Blick auf mögliche Verhandlungen: »Ich denke, die Chance auf ein Ende ist sehr gut, und wenn es nicht endet, müssen wir sie wieder bombardieren.« im