Newcastle

Antisemitismus-Vorwürfe: Britische Grüne ziehen Unterstützung für Kandidaten zurück

Foto: picture alliance / REUTERS

Die britische Green Party hat in Newcastle zwei weiteren Kandidaten die Unterstützung entzogen. Hintergrund sind laut britischen Medienberichten Vorwürfe antisemitischer Beiträge in sozialen Netzwerken. Betroffen sind Philip Brookes und Mohammed Suleman, die bei den bevorstehenden Kommunalwahlen in den Wahlbezirken Manor Park beziehungsweise Arthur’s Hill antreten.

Wie die Parteiorganisation in Newcastle mitteilte, laufen gegen beide Kandidaten interne Disziplinarverfahren auf nationaler Ebene. Trotz des Rückzugs der Unterstützung bleiben ihre Namen auf den Stimmzetteln, da diese bereits gedruckt wurden.

Besonders Brookes geriet wegen mehrerer Beiträge auf Facebook in die Kritik. Unter anderem wurde dort ein Bild geteilt, in dem Israel als »eine Gruppe polnischer, russischer und ungarischer Terroristen, die seit 76 Jahren Palästinenser töten« bezeichnet wurde. Außerdem erschien auf seinem Account eine Darstellung, in der eine israelische Flagge zerrissen wird und darunter eine Hakenkreuzfahne sichtbar wird.

Laufendes Disziplinarverfahren

In einem weiteren Beitrag zum Gaza-Krieg hieß es laut Berichten: »Es braucht ernsthafte Anstrengung, nicht ein kleines bisschen antisemitisch zu werden.«

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Auch gegen Suleman wurden Vorwürfe erhoben. Auf seinem TikTok-Account soll ein Video weiterverbreitet worden sein, in dem behauptet wird, jüdische Kriegsgefangene hätten während des Zweiten Weltkriegs auf Anweisung der Nationalsozialisten sowjetische Gefangene lebendig begraben.

Ein Sprecher der Partei erklärte: »Die Newcastle Green Party hat ihre Unterstützung für Philip Brookes und Mohammed Suleman als Kandidaten bei der bevorstehenden Wahl zurückgezogen, während sie Gegenstand eines laufenden nationalen Disziplinarverfahrens der Partei sind.«

»Dringende Überprüfung«

Bereits zuvor hatte die Partei einer weiteren Kandidatin, Tina Ion, die Unterstützung entzogen. Gegen sie waren ebenfalls Vorwürfe wegen antisemitischer Inhalte in sozialen Medien laut geworden. Nach Angaben der Partei läuft inzwischen eine »dringende Überprüfung« des Auswahl- und Prüfungsverfahrens für Kandidaten.

Der Co-Vorsitzende der Green Party, Zack Polanski, hatte bei einem Besuch in Newcastle erklärt, er habe weiterhin Vertrauen in »99 Prozent« der Kandidaten seiner Partei. Zuvor waren landesweit mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Bewerbern antisemitische Ansichten vorgeworfen wurden. im

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