Washington D.C.

Vance: Iran-Krieg tritt in wenigen Monaten in neue Phase ein

US-Vizepräsident JD Vance Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

US-Vizepräsident JD Vance rechnet damit, dass der Krieg zwischen den USA und Iran in einigen Monaten einen deutlich anderen Verlauf nehmen könnte. In einem exklusiven Gespräch mit dem »New York Post« sagte Vance, er teile die Einschätzung von Präsident Donald Trump, wonach der Konflikt nach den US-Zwischenwahlen in eine neue Phase übergehen werde.

Vance äußerte sich während eines Gesprächs an Bord der Air Force Two. Nach seiner Darstellung hat sich die Lage an der strategisch wichtigen Straße von Hormus zuletzt etwas entspannt. Der Schiffsverkehr habe inzwischen wieder mehr als 50 Prozent des früheren Normalniveaus erreicht.

Die Passage durch die Meerenge blieb jedoch zuletzt erheblich eingeschränkt. Nach Angaben von Schiffstrackern passierten innerhalb von 24 Stunden lediglich elf Handelsschiffe die Straße von Hormus. Vor Beginn des Krieges waren es im Durchschnitt rund 130 pro Tag. Durch die Meerenge wird etwa ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Erdöls befördert.

US-Militär sieht erste Kriegsphase als abgeschlossen

Vance erklärte: »Ich verstehe durchaus, dass die Amerikaner ungeduldig sind, aber grundsätzlich führen die Vereinigten Staaten derzeit keine offensiven Operationen durch.«

Nach seinen Worten besteht der Konflikt aus zwei unterschiedlichen Abschnitten. Die erste Phase sei abgeschlossen. Dabei sei es darum gegangen, das iranische Atomprogramm und die konventionellen militärischen Fähigkeiten des Landes zu zerstören sowie seine Fähigkeit zur Machtprojektion deutlich einzuschränken.

»Und dann besteht die zweite Phase darin, sicherzustellen, dass sie das nicht wieder aufbauen können, und nach Möglichkeit so viel globale Stabilität wie möglich danach zu gewährleisten«, sagte Vance.

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Trotz der nach US-Darstellung erheblich geschwächten iranischen Raketen- und Drohnenkapazitäten kommt es weiterhin zu Angriffen. Vance sagte, Iran feuere gelegentlich auf Handelsschiffe, wobei diese Angriffe »meistens nicht erfolgreich« seien.

Die US-Marine hat nach Angaben der »New York Post« in den vergangenen vier Monaten große Teile der Straße von Hormus von Seeminen geräumt. Gleichzeitig eskortieren US-Kräfte demnach seit Monaten Öltanker durch die Region. Bei einigen dieser Fahrten würden die Transponder der Schiffe ausgeschaltet, weshalb sie in öffentlich zugänglichen Daten nicht ohne Weiteres erfasst werden können.

Auch US-Einrichtungen im Nahen Osten seien weiterhin Ziel iranischer Angriffe. Zudem wurden Staaten in der Golfregion getroffen. Präsident Trump hatte zuletzt erklärt, eine Beschädigung der East-West-Ölpipeline in Saudi-Arabien sei nach seiner Einschätzung auf iranische Drohnen zurückzuführen.

Sanktionen gegen Banken

Die USA haben ihrerseits iranische Öltanker ins Visier genommen. Das US-Finanzministerium verhängte zudem Sanktionen gegen Banken und weitere Einrichtungen, denen Washington vorwirft, die iranische Kriegsführung finanziell zu unterstützen. Vance verweist auf Entscheidungshoheit Trumps

Wann genau der Konflikt in die von Vance angekündigte neue Phase eintreten wird, ließ der Vizepräsident offen. »Wir können die Zukunft nicht vorhersagen, aber ich denke, der Präsident hat recht, wenn er sagt, dass die Sache in ein paar Monaten in eine ganz andere Phase eintreten wird«, sagte Vance.

Trump sei als Oberbefehlshaber derjenige, der über Beginn und Ende militärischer Konflikte entscheide. »Er ist außerdem der Oberbefehlshaber. Er ist also derjenige, der bestimmt, wann Konflikte beginnen und wann sie enden«, sagte Vance. im

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