Nahost

Geheimes Treffen in Deutschland: Militärchefs beraten über Iran-Krieg

Generalstabschef Ejal Zamir Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Hochrangige Militärvertreter der USA, Israels und mehrerer arabischer Staaten sind vergangene Woche zu einem vertraulichen Treffen in Deutschland zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen der Krieg gegen Iran und die wachsenden Spannungen in der Region. Das berichtet »Axios« unter Berufung auf zwei israelische Regierungsvertreter.

Organisiert wurde das Treffen von Admiral Brad Cooper, dem Oberbefehlshaber des US Central Command (CENTCOM). Öffentlich angekündigt wurde die Zusammenkunft von keinem der beteiligten Länder. Nach Angaben von »Axios« war es die erste derartige Zusammenkunft seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran vor mehr als sechs Monaten.

An dem Treffen nahmen neben Cooper die Generalstabschefs Israels, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Kuwaits, Katars, Jordaniens und Ägyptens teil. Damit saßen auch Vertreter arabischer Staaten an einem Tisch, die bis heute keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhalten.

USA wollen Präsenz in der Region beibehalten

Cooper soll den Teilnehmern zugesichert haben, dass die US-Streitkräfte trotz iranischer Angriffe auf amerikanische Stützpunkte in der Region nicht aus dem Nahen Osten abgezogen würden. Außerdem informierte der CENTCOM-Chef seine Amtskollegen über amerikanische Pläne, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus auszuweiten.

Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir berichtete den Angaben zufolge über die Operationen der israelischen Armee an verschiedenen Fronten. CENTCOM bestätigte das Treffen grundsätzlich. In einer Erklärung hieß es, das Kommando habe »hochrangige Militärführer aus acht Nationen während einer geplanten Konferenz in Deutschland empfangen«. Dabei seien »Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitskooperation im Nahen Osten« erörtert worden.

Das Treffen fällt in eine Phase, in der die militärische Zusammenarbeit Israels mit mehreren arabischen Staaten deutlich intensiver geworden ist. Ein wichtiger Ausgangspunkt dafür waren die Abraham-Abkommen, die Israel im September 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain schloss.

Lesen Sie auch

Neue regionale Sicherheitsarchitektur

Kurz nach den Abkommen wurde Israel vom Zuständigkeitsbereich des US European Command in den Verantwortungsbereich des CENTCOM verlegt. Dadurch wurde eine engere militärische Zusammenarbeit Israels mit arabischen Staaten unter dem Dach des amerikanischen Regionalkommandos möglich.

Besonders bei der Luft- und Raketenabwehr hat sich diese Kooperation entwickelt. Während des Iran-Krieges arbeiteten Israel, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate nach Angaben israelischer Vertreter sowohl bei Verteidigungsmaßnahmen als auch bei offensiven Operationen zusammen.

Israel stationierte demnach unter anderem das Raketenabwehrsystem Iron Dome in den Vereinigten Arabischen Emiraten und stellte Personal für dessen Betrieb bereit. Zudem unterstützte Israel die Emirate mit Echtzeitinformationen aus den Bereichen Aufklärung, Überwachung und Beobachtung. Auch der Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen Israel und anderen arabischen Staaten der Region habe während des Krieges zugenommen.

Saudi-Arabien und die Huthi im Fokus

Besondere Bedeutung erhält die Zusammenkunft angesichts der jüngsten Eskalation durch die Huthi im Jemen. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation hat ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt, während sie zugleich auf dem Boden weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht haben soll. Nach Angaben von »Axios« üben die Huthi inzwischen faktisch die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandeb am Roten Meer aus.

Vor diesem Hintergrund sprechen Israel und Saudi-Arabien offenbar darüber, wie Jerusalem Riad bei dessen militärischen Maßnahmen gegen die Huthi unterstützen könnte. Dabei geht es nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten Quelle insbesondere um Aufklärung, Überwachung und Beobachtung (ISR).

Eine mögliche israelische Unterstützung könnte sich demnach an der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten orientieren. CENTCOM soll bei den Gesprächen eine vermittelnde beziehungsweise unterstützende Rolle spielen. Damit könnte die militärische Kooperation zwischen Israel und arabischen Staaten auch über die bisherige Raketenabwehr hinaus ausgeweitet werden. im

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Frankfurt/Main

Experten: Antisemiten hetzen im Netz inmitten von Lifestyle-Themen

Der Vertrauensverlust in klassische Medien macht TikTok, Youtube und Instagram zur wichtigsten Arena für politische Debatten. Dort müsse der Kampf für die Demokratie stattfinden, betonen Extremismus-Experten

von Christof Bock  15.09.2026

Bayern

Nach Morddrohung gegen Charlotte Knobloch – jetzt äußert sich die Polizei

Die Hintergründe

 15.09.2026

Berlin

Nach antisemitischem Angriff: Aufruf zum Tragen eines Davidsterns

An Rosch Haschana wurde eine Frau antisemitisch beleidigt und verletzt. Mehrere jüdische Organisationen und Vereine rufen nun für Donnerstag zum Tragen eines Davidsterns aus Solidarität auf

 15.09.2026

Washington

US-Bericht räumt Munitionsmangel infolge des Iran-Kriegs ein

Ein Bericht aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium bestätigt, was die Regierung lange bestritt: Der Iran-Krieg hat die Munitionsvorräte der USA empfindlich ausgedünnt. Das Pentagon will nun gegensteuern

 15.09.2026

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026

Berlin

Wie die Auswahl des Antisemitismusbeauftragten zum Debakel wurde

Der Senat wollte den Posten eines Antisemitismusbeauftragten für die Hochschulen der Hauptstadt schaffen. Doch das Verfahren wurde abgebrochen. Eine neue Recherche zeigt, wie es so weit kommen konnte

 15.09.2026

Umfrage

AfD bleibt laut Umfrage stärkste Partei – CDU/CSU auf Tief

Die in Teilen rechtsextremistische Partei hat einen Vorsprung von 11 Prozentpunkten zur zweitstärksten Partei

 15.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 15.09.2026 Aktualisiert