Washington D.C.

USA verhängen Einreisestopp für Inhaber palästinensischer Dokumente

Der Reisepass der Palästinensischen Autonomiebehörde Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Die US-Regierung hat ihre Einreisebestimmungen deutlich verschärft und dabei ausdrücklich auch Menschen ins Visier genommen, die mit Reisedokumenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) unterwegs sind. Nach Angaben aus Washington dürfen Personen mit von der PA ausgestellten oder bestätigten Papieren künftig nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen. Damit geht die Maßnahme über bereits bestehende Einschränkungen hinaus, die Reisen zu Bildungs-, Arbeits- oder privaten Zwecken faktisch unmöglich gemacht hatten.

Zur Begründung erklärte das Weiße Haus, in den palästinensischen Gebieten seien mehrere von den USA als Terrororganisationen eingestufte Gruppen aktiv, die auch US-Bürger getötet hätten. Zudem habe der jüngste Krieg die Möglichkeiten zur Überprüfung von Reisenden weiter geschwächt. In der Erklärung heißt es, angesichts der begrenzten oder fehlenden Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde über diese Gebiete könnten Personen mit entsprechenden Dokumenten derzeit nicht zuverlässig überprüft werden. Eine Einreise in die USA sei daher nicht zu verantworten.

Die Verschärfung ist Teil einer umfassenden Ausweitung der US-Reisebeschränkungen unter Präsident Donald Trump. Insgesamt wurden die Maßnahmen auf 20 weitere Staaten ausgeweitet, womit nun 39 Länder von vollständigen Einreiseverboten oder teilweisen Restriktionen betroffen sind. Für fünf zusätzliche Länder – Burkina Faso, Mali, Niger, Südsudan und Syrien – gilt künftig ein vollständiger Einreisestopp. Bürger aus weiteren 15 Staaten unterliegen neuen Auflagen.

Lesen Sie auch

Die Beschränkungen betreffen sowohl Menschen, die als Besucher in die USA reisen wollen, als auch potenzielle Einwanderer. Ausnahmen gelten unter anderem für Personen mit bereits gültigen Visa, für dauerhaft in den USA lebende Ausländer, für Diplomaten oder Sportler sowie für Fälle, in denen eine Einreise im besonderen Interesse der Vereinigten Staaten liegt. Inkrafttreten soll die neue Regelung am 1. Januar.

Die US-Regierung verweist zur Rechtfertigung auf Korruption, mangelhafte oder gefälschte Zivilregister, hohe Zahlen von Visa-Überziehungen sowie auf Staaten, die sich weigerten, abgeschobene Staatsbürger zurückzunehmen. Zudem spielten Aspekte der nationalen Sicherheit, der Migrationskontrolle und der Außenpolitik eine Rolle.

Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen werfen der Regierung vor, Sicherheitsargumente vorzuschieben, um Menschen pauschal aufgrund ihrer Herkunft auszugrenzen. Besonders scharf fiel die Reaktion von Hilfsorganisationen aus, die darauf hinweisen, dass selbst afghanische Ortskräfte, die die USA jahrelang unterstützten, nun keinen gesicherten Sonderstatus mehr hätten.

Mehrere betroffene Staaten kündigten an, die US-Entscheidung zu prüfen. Vertreter aus der Karibik und aus Afrika erklärten, man werde Gespräche mit Washington suchen, um Klarheit über Umfang und Folgen der Maßnahmen zu erhalten. im

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026

Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

Die Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren erhält neue Dynamik. Was sagt SPD-Chef Klingbeil und wie reagiert die Linke auf seinen Vorstoß?

 07.08.2026

Teheran/Maskat/Washington D.C.

Iran und Oman arbeiten an Hormus-Regelung – Teheran stellt Bedingungen an die USA

Iranischer Vertreter sagen, ein Rahmenabkommen für den Schiffsverkehr sei weit fortgeschritten. Eine sofortige Wiederöffnung der Wasserstraße sei damit jedoch nicht verbunden

 07.08.2026