Washington D.C.

USA laden Israel und Libanon zu neuer Gesprächsrunde ein

Verhandelten bereits im April miteinder (v.l.): Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, hören Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Vereinigten Staaten von Amerika wollen ihre Vermittlungsbemühungen zwischen Israel und dem Libanon in der kommenden Woche fortsetzen. Wie amerikanische und israelische Vertreter bestätigten, sollen am 14. und 15. Mai in Washington neue Gespräche stattfinden. Erstmals werden dabei neben Diplomaten auch Militärvertreter beider Seiten teilnehmen.

Nach israelischen Angaben soll es bei den Treffen unter anderem um konkrete Schritte zur Entwaffnung der Hisbollah gehen. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation verfügt trotz des politischen Drucks aus Beirut und Washington weiterhin über erheblichen Einfluss im Libanon.

Die bisherigen Gespräche gelten als außergewöhnlich, da direkte Kontakte zwischen Israel und dem Libanon auf dieser Ebene seit Jahrzehnten selten sind. Bei den beiden ersten Treffen im vergangenen Monat sei über Grundzüge eines möglichen Sicherheits- und Friedensarrangements gesprochen worden, erklärten Beteiligte. Dazu gehörten demnach ein israelischer Rückzug aus dem Südlibanon, Maßnahmen gegen die Hisbollah sowie eine spätere Normalisierung der Beziehungen zwischen Jerusalem und Beirut.

Feuerpause verlängert

Die libanesische Regierung hatte sich von den Verhandlungen vor allem ein Ende der israelischen Angriffe erhofft. Tatsächlich kündigten die USA kurz nach der ersten Gesprächsrunde Mitte April eine Waffenruhe an. Nach einem weiteren Treffen, an dem auch US-Präsident Donald Trump teilnahm, wurde diese Feuerpause um drei Wochen verlängert.

Lesen Sie auch

Im Süden des Libanon blieb die Lage jedoch angespannt. Die Hisbollah attackiert ihrerseits israelische Soldaten in der von Israel eingerichteten Pufferzone entlang der Grenze und beschießt regelmäßig auch den Norden Israels mit Raketen und Drohnen. Israel reagiert, indem es weiterhin nahezu täglich Ziele an, die nach Darstellung der Armee mit der Terrororganisation in Verbindung stehen.

Washington unterstützt israelische Angriffe gegen Bedrohungen durch die Hisbollah grundsätzlich, hatte aber laut Berichten lange klargemacht, dass Angriffe auf Beirut vermieden werden sollten. Erst in dieser Woche wurde erneut ein hochrangiger Hisbollah-Vertreter in der libanesischen Hauptstadt attackiert. Israel erklärte, der Mann habe Anschläge auf israelische Truppen vorbereitet.

Verknüpfung abgelehnt

Gleichzeitig versuchen die USA offenbar, die Gespräche mit Beirut von den parallelen Verhandlungen mit dem Iran zu trennen. Teheran hatte zuletzt signalisiert, beide Themen miteinander verknüpfen zu wollen. Amerikanische Stellen wiesen dies jedoch zurück.

Libanons Präsident Joseph Aoun lehnt bislang auch ein direktes Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ab. Ein solcher Schritt komme erst infrage, wenn eine Sicherheitsvereinbarung erreicht sei und Israel seine Angriffe im Libanon einstelle, sagte Aoun Anfang der Woche.

Die Regierung in Beirut bemüht sich zwar stärker als frühere Kabinette darum, den Einfluss der Hisbollah einzudämmen, muss dabei aber Rücksicht auf die fragile innenpolitische Lage nehmen. Beobachter warnen, dass ein zu harter Kurs gegen die schiitische Terrororganisation neue innere Konflikte im Libanon auslösen könnte. im

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026

Kalenderblatt

Der Marschall war vieles, aber kein Judenretter: Philippe Pétain taugt auch 75 Jahre nach seinem Tod für einen Skandal

Marschall Pétain, Verdun, Vichy-Regime - war da was? Über einen Mann, der im Nachbarland Frankreich vom Helden zum Verfemten wurde und über das Schicksal von Tausenden Juden im Zweiten Weltkrieg mitbestimmte

von Joachim Heinz  15.07.2026

Wahlen

Friedrich Merz: Werde alles tun, damit AfD nicht in Verantwortung kommt

Viele sorgen sich vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor möglichen Wahlsiegen der AfD. Kanzler Merz hingegen gibt sich zuversichtlich, dass das zu verhindern sei

 15.07.2026

Meinung

Die Fußball-WM war ein voller Erfolg

Schon jetzt steht fest, dass die Weltmeisterschaft 2026 unvergesslich bleiben wird. Zumindest, wenn man die Kriterien des Fußballphilosophen Nick Hornby zugrunde legt

von Elke Wittich  15.07.2026

Kommentar

Sichere Hochschule auch für Jüdinnen und Juden!

Sicherheit ist zentral, aber auch Respekt vor Arbeitsruhegeboten. Wer Prüfungen auf hohe jüdische Feiertage legt, verlangt von Juden, für ihre Religionsausübung Nachteile beim Studienfortschritt in Kauf zu nehmen

von Volker Beck  15.07.2026

Iran

Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg

Auf dem Plakat wird Vergeltung gefordert. Doch viele Iranerinnen und Iraner stehen den Racheaufrufen kritisch gegenüber

 15.07.2026

Chemnitz

Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

Schon Ende August 2025 sollte er die Haft antreten, floh jedoch stattdessen. Einige Monate später wurde der Neonazi gefasst, nun ist er wieder in Deutschland. Wo kommt Liebich nun hinter Gitter?

 15.07.2026