Washington

USA beschlagnahmen Kryptowährungen und Online-Infrastruktur von Hamas

Ein Hamas-Terrorist in Gaza Foto: picture alliance / Middle East Images

Das US-Justizministerium teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, dass das FBI Kryptowährungen im Wert von mehr als 560.000 Dollar (484.000 Euro) beschlagnahmt und zugleich Internet-Domains sowie Server übernommen habe, die nach Angaben der Ermittler von Hamas zur Geldbeschaffung und zur Anwerbung von Unterstützern genutzt wurden.

Wie aus einer Erklärung des Ministeriums hervorgeht, handelt es sich bei den sichergestellten digitalen Strukturen unter anderem um Infrastruktur, die ursprünglich von den Al-Qassam-Brigaden kontrolliert wurde. Die Maßnahmen seien gerichtlich genehmigt worden, hieß es.

»Diese Beschlagnahmungen entziehen der Hamas Ressourcen, auf die sie angewiesen ist, um Menschen online zu rekrutieren und zu radikalisieren und barbarische Anschläge wie den vom 7. Oktober 2023 zu finanzieren«, sagte John Eisenberg, stellvertretender Justizminister für nationale Sicherheit. Die USA würden den Druck auf die Hamas weiter erhöhen, indem sie deren Online-Netzwerke infiltrierten, Kryptowährungen beschlagnahmten und Webseiten abschalteten.

Verschlüsselter Gruppenchat

Auch die US-Staatsanwältin für den District of Columbia, Jeanine Ferris Pirro, richtete eine direkte Botschaft an die Hamas: »Eine Botschaft an die Hamas: Wir werden eure Terrorfinanzierung stoppen.« Die Netzwerke der Organisation seien nicht sicher und ihre Kryptowährungen angreifbar. »Wir werden nicht aufhören, bis eure Fähigkeit, Krieg zu führen, besiegt ist«, erklärte Pirro.

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Nach Angaben des FBI setzte die Hamas bei der internationalen Einwerbung von Spenden gezielt auf Kryptowährungen und digitale Plattformen. Auf diese Weise habe die Organisation versucht, Geld außerhalb des regulären Finanzsystems zu transferieren.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war laut Justizministerium unter anderem ein Gruppenchat auf einer verschlüsselten Kommunikationsplattform. Dort habe eine Gruppe, die sich als mit Hamas verbunden dargestellt habe, auf eine Internetseite zur Spendensammlung verwiesen. Interessenten seien zudem wechselnde Adressen für Kryptowährungszahlungen genannt worden.

Eingriff in den Spendenfluss

Die Ermittler konnten laut Erklärung mithilfe mehrerer menschlicher Quellen die Zahlungsströme verfolgen. Parallel dazu nahm das FBI-Außenbüro in Albuquerque Domains und Server unter seine Kontrolle, die nach Angaben der Behörde mit der wichtigsten Internetseite der Al-Qassam-Brigaden, AlQassam.ps, verbunden waren. Durch die Übernahme der Infrastruktur konnten die Ermittler demnach auch in den Spendenfluss eingreifen. Zudem erhielten sie Informationen über Tausende Menschen, die online Kontakt zur Hamas aufgenommen hatten, um der Organisation über Kryptowährungen oder auf herkömmlichem Weg Geld zukommen zu lassen.

Diese Daten sollen künftig für weitere Ermittlungen zur Terrorismusbekämpfung genutzt werden. Das FBI betonte, dass die Operation nicht nur darauf abziele, der Hamas den Zugang zu finanziellen Mitteln zu erschweren, sondern auch das Vertrauen potenzieller Spender in die Kommunikations- und Spendennetzwerke der Organisation zu untergraben.

Die Ermittlungen führt das FBI-Büro in Albuquerque gemeinsam mit den Abteilungen für Terrorismusbekämpfung und Cyberkriminalität sowie dem New Yorker FBI-Büro. Mit dem Fall befassen sich Staatsanwälte und Juristen aus den für nationale Sicherheit und Terrorismusbekämpfung zuständigen Abteilungen des US-Justizministeriums. im

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