Nahost

USA greifen erneut Ziele im Iran an – Trump droht mit noch härteren Schlägen

Marinesoldaten begutachten einen Kampfjet vom Typ F-35C Lightning an Bord des Flugzeugträgers USS George Washington Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die USA haben am Dienstag erneut Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) richteten sich die Attacken unter anderem gegen Einrichtungen und Fähigkeiten der iranischen Revolutionsgarden. Damit nehmen die direkten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Teheran erneut an Schärfe zu. Amerikanische Medien berichteten.

CENTCOM erklärte, getroffen worden seien unter anderem Luftabwehrstellungen, Radaranlagen, maritime Einrichtungen, Kommunikationssysteme sowie Anlagen und Fähigkeiten zum Verlegen von Seeminen. Die amerikanische Militärführung bezeichnete die Operation am Dienstagabend als abgeschlossen.

US-Präsident Donald Trump begründete die neuen Angriffe mit iranischen Aktivitäten in der Straße von Hormus. Nach seiner Darstellung hat der Iran erneut versucht, dort Seeminen auszubringen. Außerdem verwies Trump auf einen erfolglosen iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien. Sollte Teheran weiter Attacken starten, werde die Antwort Washingtons deutlich härter ausfallen.

Angriff in Jordanien

»Wenn sie Vergeltung üben, werden sie viel härter getroffen. Und wenn sie es wieder tun, wird es sie nicht mehr geben«, sagte Trump dem TV-Sender Fox News. Zugleich machte der Präsident deutlich, dass er derzeit wenig Vertrauen in ein mögliches Abkommen mit Teheran setzt. Eine Vereinbarung mit dem Iran sei »das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist«, erklärte er.

Der Iran kündigte seinerseits Vergeltung an. Mit den Revolutionsgarden verbundene Medien berichteten über den Einsatz von Raketen und Drohnen gegen Ziele in der Region. Die iranischen Streitkräfte nahmen dabei nach eigenen Angaben auch US-Verbündete ins Visier.

In Jordanien meldete das Militär einen weiteren iranischen Raketenangriff. Nach jordanischen Angaben wurden 13 ballistische Raketen registriert, zehn davon abgefangen. Drei Geschosse gingen demnach in abgelegenen Gebieten nieder. Tote oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Ein US-Vertreter widersprach zugleich iranischen Angaben, wonach bei dem Angriff amerikanische Soldaten getötet worden seien.

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Auch Bahrain wurde nach Angaben iranischer Medien zum Ziel von Drohnen. Die staatliche Nachrichtenagentur des Golfstaates bestätigte später, dass iranische Drohnen abgefangen worden seien. Der Angriff wurde in den Zusammenhang mit den amerikanischen Schlägen gegen Iran gestellt.

Aus Iran kamen zudem Berichte über Schäden und Opfer durch die amerikanischen Angriffe. Ein Regierungsvertreter aus der Provinz Hormosgan erklärte, ein Wohnhaus sei während einer Hochzeitsfeier getroffen worden. Dabei seien zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Die Eskalation spielt sich vor allem rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus ab. Bereits am Wochenende hatten die USA die iranische Insel Larak angegriffen. Nach Darstellung des US-Militärs geschah dies, nachdem Angehörige der Revolutionsgarden beim Vorbereiten weiterer Seeminen beobachtet worden seien. Der Iran reagierte darauf mit Angriffen auf US-Kräfte in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die nach amerikanischen Angaben erfolglos blieben.

»Aufstehen und kämpfen«

Trump verschärfte derweil auch seine politische Rhetorik gegenüber der iranischen Führung. In einem Beitrag in den sozialen Medien forderte er die Bevölkerung des Landes erneut dazu auf, sich gegen das Regime zu erheben. »Wann werden die iranischen Menschen aufstehen und kämpfen?«, schrieb der Präsident. Zugleich behauptete er, die iranische Wirtschaft stehe vor dem vollständigen Zusammenbruch.

Bemerkenswert ist, dass Trump in der Frage eines Machtwechsels in Teheran zuletzt unterschiedliche Signale ausgesendet hatte. Während er zu Beginn des Krieges die Iraner noch zum Sturz ihrer Regierung aufgerufen hatte, rückte er später von der Forderung nach einem Regimewechsel ab. Im Juni hatte er die iranische Führung sogar als »sehr rational« bezeichnet.

Parallel zu den neuen Angriffen setzt sich die Belastung für die US-Streitkräfte in der Region fort. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln erreichte inzwischen Thailand, nachdem er monatelang im Nahen Osten eingesetzt worden war. Das Schiff mit rund 5000 Soldaten hatte als Ausgangspunkt für Tausende von Flügen im Rahmen der amerikanischen Angriffe gedient. Angehörige der Besatzung hatten während des langen Einsatzes unter anderem Sorgen über die psychische Belastung, die hygienischen Bedingungen und die Versorgung geäußert. im

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