Washington D.C.

US-Demokraten drängen auf Anhörungen zum Iran-Krieg

Der demokratische Senator Chuck Schumer aus New York Foto: picture alliance / Captital Pictures

In Washington wächst der politische Druck auf die Regierung von Präsident Donald Trump wegen des militärischen Vorgehens gegen den Iran. Mehrere demokratische Senatoren haben neue Resolutionen eingebracht, die den Einsatz der US-Streitkräfte begrenzen sollen und gleichzeitig öffentliche Anhörungen im Kongress fordern.

Die Initiative stützt sich auf den sogenannten War Powers Act. Mit diesem Gesetz kann der Kongress den Präsidenten verpflichten, militärische Einsätze zu beenden, wenn sie nicht ausdrücklich vom Parlament genehmigt wurden. Die aktuellen Entwürfe sehen vor, dass die US-Armee aus dem Konflikt mit Iran abgezogen werden müsste, falls der Kongress keine formelle Zustimmung erteilt.

Eingereicht wurden die Resolutionen unter anderem von den Senatoren Cory Booker, Tim Kaine, Adam Schiff, Tammy Baldwin und Chris Murphy. Bereits in der vergangenen Woche waren ähnliche Vorstöße im von Republikanern kontrollierten Senat und Repräsentantenhaus gescheitert. Die republikanische Führung argumentierte damals, Präsident Trump habe im Rahmen seiner Befugnisse gehandelt, als die USA Ende Februar gemeinsam mit Israel Angriffe auf Iran starteten.

Steigende Preise

Nach Angaben von Mitarbeitern der demokratischen Senatoren verfolgen die neuen Anträge jedoch auch ein weiteres Ziel: Sie sollen den Mehrheitsführer im Senat, John Thune, dazu bewegen, öffentliche Anhörungen über den Krieg einzuberufen. Andernfalls müsste das Parlament in den kommenden Wochen über die Resolutionen abstimmen.

Lesen Sie auch

In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten die Initiatoren den militärischen Einsatz scharf. »Haben wir aus den vergangenen 25 Jahren Krieg im Nahen Osten nichts gelernt? Die Amerikaner wollen nicht, dass ihre Steuergelder einen weiteren möglichen endlosen Krieg finanzieren, während sie im eigenen Land unter steigenden Preisen und Kürzungen im Gesundheitswesen leiden.«

Zugleich forderten sie, führende Regierungsmitglieder müssten sich öffentlich erklären. »Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Demokraten alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um diesen unnötigen Krieg zu stoppen. Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio müssen unverzüglich vor dem Kongress in einer öffentlichen Anhörung erscheinen und erklären, warum wir diesen Krieg führen, wie er enden soll und weshalb Milliarden Dollar für einen Krieg ausgegeben werden, statt die Kosten für amerikanische Familien zu senken.«

Unbeantwortete Fragen

Vertreter der Regierung haben Abgeordnete seit Beginn des Konflikts zwar mehrfach informiert, allerdings ausschließlich in nichtöffentlichen Sitzungen. Demokratische Teilnehmer beklagten anschließend, viele Fragen seien unbeantwortet geblieben. Am Dienstag soll der Streitkräfteausschuss des Senats erneut eine Unterrichtung über die Militäraktion mit dem Namen »Epic Fury« erhalten, die die USA gemeinsam mit Israel durchführen.

Umfragen deuten darauf hin, dass der Krieg in der Bevölkerung umstritten ist. Eine kürzlich veröffentlichte Erhebung ergab, dass eine Mehrheit der Befragten den Einsatz ablehnt, während die Zustimmung unter republikanischen Wählern deutlich höher liegt. Zugleich hat der Konflikt auch wirtschaftliche Folgen: Turbulenzen auf den internationalen Ölmärkten haben die Benzinpreise steigen lassen.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, griff Präsident Trump deshalb scharf an. »Es ist, als würde Amerika von Marie Antoinette in einen Krieg geführt. Er hat keine Ahnung, wie es ist, um Geld für Benzin, Miete oder Lebensmittel kämpfen zu müssen«, so der jüdische Politiker.

Schumer unterstützte zugleich die Forderung nach öffentlichen Anhörungen. »Donald Trump und seine Regierung schulden dem amerikanischen Volk eine Erklärung.« im

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Bundesrats-Vorstoß

Zentralrat: Aufruf zur Vernichtung Israels soll strafbar sein

Bericht: Die Bundesländer Berlin und Brandenburg haben noch keine abschließende Position festgelegt

 01.05.2026 Aktualisiert

Jüdische Gemeinden

Das neue angstvolle »Normal«

Wie haben sich der 7. Oktober 2023 und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten ausgewirkt? Der neue Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland

von Katrin Richter  01.05.2026

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Urteil

Buchhandlungspreis: Gericht untersagt Weimer Extremismus-Äußerung

Die Buchhandlungspreis-Affäre lässt Kulturstaatsminister Weimer nicht los. Die unter Extremismusverdacht geratenen Buchhandlungen wehren sich

 30.04.2026

Washington D.C.

Größter US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen

Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder drei US-Flugzeugträger im Nahen Osten - das verkündete das US-Militär vergangene Woche. US-Medien zufolge dürfte sich das aber schon bald wieder ändern

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump drängt erneut auf Begnadigung Netanjahus

»Bibi ist ein Premierminister im Krieg. Mit so etwas im Nacken kann er nicht arbeiten«, sagt der amerikanische Präsident

 30.04.2026