Jerusalem

US-Botschafter: Israel entscheidet selbst über weiteres Vorgehen gegen Iran

Mike Huckabee, der Botschafter der USA in Jerusalem Foto: picture alliance / newscom

Der amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat erklärt, eine mögliche weitere israelische Militäraktion gegen Iran werde allein von Israel entschieden. In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender KAN sagte Huckabee, sowohl Israel als auch die Vereinigten Staaten träfen sicherheitspolitische Entscheidungen eigenständig und jeweils im eigenen nationalen Interesse.

Huckabee verwies auf das Treffen von Präsident Donald Trump und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der vergangenen Woche in Mar-a-Lago (Florida). Zwar stehe man in engem Austausch, doch gebe es keine gemeinsame Entscheidungsfindung. »Was die USA tun und was Israel tut, sind Entscheidungen, die jede Nation unabhängig voneinander trifft – zum Wohl ihrer eigenen Interessen«, erklärte er.

Mit Blick auf die aktuelle Lage in Iran äußerte Huckabee Hoffnung auf politischen Wandel. Die anhaltenden Proteste im Land könnten eine entscheidende Entwicklung markieren. Angesichts der Rolle Teherans bei Gewalt und Terror, die sich auch in den Ereignissen vom 7. Oktober widerspiegele, sagte er: »Lassen Sie uns hoffen, dass dies das Jahr ist, in dem das iranische Volk sagt: ›Es reicht‹«. Eine direkte amerikanische Einmischung halte Washington derzeit jedoch nicht für angezeigt.

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Zur Lage im Gazastreifen machte der US-Botschafter deutlich, dass die Entwaffnung der Hamas aus Sicht der US-Regierung unverzichtbar sei. »Die Hamas kann ihre Entwaffnung nicht weiter hinauszögern. Sie hat dort keine Zukunft«, sagte Huckabee. Zwar bestehe der von Trump vorgelegte Friedensplan aus zahlreichen Bausteinen, doch sei nicht zwingend festgelegt, in welcher Reihenfolge diese umgesetzt würden.

Ein zentrales Element des Plans ist die geplante internationale Stabilisierungstruppe, die unter anderem für die Entwaffnung der Hamas zuständig sein soll. Eine Beteiligung der Türkei an diesem Einsatz sieht Huckabee skeptisch. Solange Israel Einwände erhebe, werde es keine Zustimmung geben. Die israelischen Vorbehalte erklärte er mit dem politischen Auftreten Ankaras und dessen Rhetorik über eine Wiederbelebung osmanischer Einflussansprüche.

Auch zur Lage im Libanon äußerte sich der Botschafter. Die zunehmende Rolle der libanesischen Armee im Süden des Landes wertete er als positives Signal. Ziel sei es, dass der Staat selbst Verantwortung übernehme und die Macht der Hisbollah zurückdränge. Israel könne jedoch nicht akzeptieren, dauerhaft Raketenangriffe und Grenzverletzungen hinzunehmen. Niemand dürfe erwarten, dass das Land untätig bleibe, so Huckabee. im

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